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Antigua

Selbst wenn man alle Zeit der Welt hat, vergeht jeder Tag wie im Flug und man hat eigentlich immer zu wenig Zeit… :-)

Wir stehen recht früh auf, so zwischen 7 und maximal 9 Uhr, dann gibt es Frühstück und zwar meistens im Resturant. Das beschränkt sich leider auf Eier, Bohnen und gebratene Bananen, aber das wichtigste ist -> tiefenentspannt.  :-)

Antigua ist eine wirklich nette Stadt, ähnlich viele Kolonialgebäude wie in Xela, aber alles ist relativ frisch renoviert, aufgeräumt und sauber. Zum Glück sind aber noch ein paar der alten „abgeranzten“ Gebäude zu finden, die den Charm ausmachen.  Also etwas durch die Stadt laufen und unentdeckte Straßen finden, in den Fußstapfen der großen Entdecker ;-)

DSC01372 DSC01366 DSC01365 DSC01375 DSC01378Am Mittag wird auf dem Markt eingekauft und selbst gekocht, denn Guatemala ist bei weitem nicht so günstig wie Asien. Nie mussten wir in den letzten Monaten (abgesehen von Neu Seeland) mit unserem Budget so haushalten und selbst kochen, aber hier ist es definitiv nötig. Gerade Antigua, ist im vergleich sehr teuer. Das günstigste Zweibettzimmer das wir in 45 Minuten suchen finden konnten kostet 25 Dollar…

Nach dem Mittagessen quatschen wir etwas mit den anderen Hostelgästen, bis es Zeit für Kaffee wird.

DSC01353Trotz sparsamkeit lassen wir uns nicht lumpen und investieren unser Geld nur in wirklich sinvolle Dinge. ;-)

Der späte Nachmittag ist zum lesen (17 Bücher ),  Blog schreiben, Weiterreise organisieren, Spanisch lernen usw. verplant, aber jetzt setzt schon die Dämmerung ein… Mist ich wollte doch nocht x, y, z. ………. Es ist nie genug Zeit :-)

Wir sind schon lange davon ab uns zu hetzten, jede Attraktion mitzunehmen. Nein, nein primär wird was Leben genossen und das ist neben all den schönen Dinge die wir zu sehen bekommen, auf Platz 1 in der Top 10 :-)

Jetzt aber starten wir mal wieder richtig durch und suchen im Biotopo de Quetzal nach dem National Vogel „Quetzal“

Biotopo de Quetzal

Es dauert 2 Stunden von Antigua zum Biotopo de Quetzal.

Quetzal ist der wunderschöne National Vogel von Guatemala, selbst die Währung trägt hier seinen Namen.

Wie schon geschrieben, waren wir bis jetzt noch nicht übermäßig begeistert von der Natur in Guatemala. Das änderte sich aber schlagartig, selbst nach dem wir schon eine Stunde Antigua verlassen hatten war es eher trocken und farblos, aber dann ging es über die Kuppel eines Berges und alles veränderte sich. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass diese üppige Vegetation dem Nebelwald geschuldet ist. Sehr ähnlich wie man sich richtigen Jungel vorstellt, nur mit ganz anderen Tieren und Pflanzen, wie wir später lernen und genau hier stoppt der Bus! Biotopo de Quetzal?! Ja! Das ist unser Ziel. Wir sind die einzigen, aus dem Bus, die diesen Zwischenstopp nutzen und aussteigen. Das Biotop liegt direkt an der Straße, deswegen hört man leider fast die ganze Zeit die Busse und LKWs die sich den Berg hoch quälen aber abgesehen davon, taucht man sofort in die wunderschöne Natur ein. Voll automatisch, fangen wir an nach den Vögeln über uns Ausschau zu halten und entdecken schnell wirklich hübsche Kerlchen.

DSC01530Das Zimmer welches wir für die nächsten 2 Tage beziehen, ist das schönste was wir bis jetzt in Guatemala hatten.

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Bevor wir weiter auf Erkundungsjagt gehen, müssen wir erst mal etwas essen. Außer einem kleinen Restaurant und 4 Zimmern gibt es hier nichts als Nebelwald. Leider ist das Essen nicht so gut und wir beschließen für den nächsten Tag einen Bus in die nächste Ortschaften zunehmen um da etwas einzukaufen.

Das Biotop wird seit einem Jahr von einer jungen Guatemaltekin geführt, die diesen unberührten Flecken Erde von ihrem Vater erbte. Dieser lebte die letzten 10 Jahre im Biotop und widmete sich ausschließlich des Schutzes des Nebelwaldes und den darin lebenden Tieren. Sie ist jetzt dabei es ein wenig attraktiver für Gäste zu gestalten, um das Projekt ihres Vaters und davor des Opas am Leben zu halten.

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Es sind keine anderen Gäste außer uns da. Ruhiger und entspannter könnte es nicht sein. Wir stellen uns Stühle unter die Bäume, an denen der Quetzal gerne gesehen wird und lauschen dem wilden Vogelgezwitscher.

Beim Einbruch der Dunkelheit gehen wir schlafen, der Wecker wird am nächsten morgen früh klingeln. Zweiter Tag der Quetzalsuche kann beginnen.

Die Sonne ist noch nicht Aufgegangen und wie es sich für einen gesunden Nebelwald gehört ist es feucht und diesig, mystische Stimmung macht sich breit.

DSC01523Noch vor dem ersten Kaffee entdecken wir einen richtig schönen Vogel, er ist von der Familie des Qetzales und er zeigt sich im Laufe des Tages immer wieder.

DSC01518Nach dem Frühstück stellen wir uns an die Straße. Es dauert keine 5 Minunten, da hält ein Bus der uns bis nach Taktic mitnimmt. Auf dem Markt kaufen wir ein paar Früchte und in einer kleinen Bäckerei erhaschen wir 4 Brötchen, sie fühlen sich an als wären sie von Vorgestern, aber besser als nix ;-) Auch ein kleines Restaurant mit leckerem Mittagstisch(3 € für eine Suppe, Hauptgang, und Getränk) finden wir in einer der vielen kleinen Seitenstraßen. Danach geht es gleich wieder zurück ins Biotop.

Es gibt einen kurzen Rundtrack zu 2 Wasserfällen. Wir tragen extra lange Kleidung wegen den unglaublich vielen Schnaken.

DSC01480Danach nehmen wir wieder auf unseren Stühlen Platz und suchen weiter nach dem seltenen Quetzal. Leider ohne Erfolg. Trotzdem gibt es viele andere Tiere und Vögel zu sehen.

DSC01505Am Abend bekommen wir den riesen Schreck, meine Beine sind überseht von Schnakenstichen. Die scheiß Viecher haben mich durch die Leggins gestochen und ich hab es nicht gemerkt. Patrick zählt an einem Bein bis 60 und dann gibt er auf….es sind soo viele. Ich sehe aus wie ein Streuselkuchen. Ihr könnt euch bestimmt vorstellen was ich die nächsten Nächte anstatt zu schlafen gemacht habe….mich gekratzt.

Auch am letzten Morgen geben wir noch mal alles um den Vogel zu entdecken aber vergeblich, er möchte sich nicht zeigen. Dafür sehen wir einen anderen sehr seltenen und wirklich schönen Vogel.

Wen es jetzt interessiert, wie der ECHTE Quetzal aussieht….schaut am besten bei Google :-)

DSC01533Gegen 11 Uhr nehmen wir wieder einen Bus an der Straße, der uns diesmal in die Stadt Coban bringt.

Coban

Aus dem Biotopo de Quetzal wollten wir eigentlich direkt nach Semuc Champay, aber uns wurde von mehreren Seiten davon abgeraten, da in Guatemala verlängertes Wochenende ist und sehr sehr viele Touristen erwartet werden. Gut also verbringen wir noch ein paar Tage in dem nächst größeren Ort Cóban. Ähnlich wie die Stadt Xela, in der wir unseren Spachkurs gemacht haben, ist die hier total traditionell guatemaltekisch. Wir haben unsere Zeit hier, ähnlich wie in Antigua, sehr entspannt verbracht, ohne größere Unternehmungen.

Coban Guatemala Orangensaft
Jugo de Naranja

An einem Tag sind wir mit dem Bus zur Finca Chicoj gefahren, eine größere gemeinschaftliche Kaffeeplantage, die auch Führungen anbietet. Alleine die dreißigminütige Busfahrt hat den Ausflug lohnenswert gemacht, es ist wirklich schön hier.

DSC01587Finca klingt jetzt ziemlich Edel, aber die Zeiten in denen sich Kaffeebauern eine Finca bauen, sind wohl eher vorbei :-) Die jetzigen Holzhäuser sind eher funktional als pompös, aber wir sind ja hier um etwas über Kaffee zu erfahren. Leider war die gesamte Tour auf Spanisch und verstanden haben wir grob alles, aber Fragen stellen auf einem interessanten Level ist leider nicht möglich. :-( Das ganze Projekt ist ein gemeinschaftliches, also jeder Bauer hat seine Plantage die er bearbeitet, am Ende wird alles in einen Pott geworfen und der Gewinn, nach dem jeweiligen Anteil geteilt. Solche gemeinschaftlichen Projekte haben wir schon öfter hier gesehen.

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Der meiste Kaffe ca. 80% geht als Rohprodukt nach… Deutschland und wird dort weiter verarbeitet. Der Rest wird lokal geröstet und verkauft. Der hier angebaute Kaffee ist der Kern einer roten Beere (es gibt auch andere Sorten), die äußere Frucht ist sogar ganz lecker… :-)

Kleine Kaffebäume. Es war nicht wirklich Fotowetter...
Kleine Kaffebäume. Es war nicht wirklich Fotowetter…
Kleiner Wald zwischen den Plantagen
Kleiner Wald zwischen den Plantagen
Becken für die Fermentation
Becken für die Fermentation
Gemeinschaftliche Röstanlage
Gemeinschaftliche Röstanlage

Semuc Champay

Sonntags fahren wir dann endlich nach Semuc Champey, zum Ende des verlängerten Wochenendes. Wir sind schon echt gespannt was uns hier erwartet, denn Semuc Champay wird in den „Top Listen“ der Welt gehandelt :-)

Von Coban, sind es nur noch zwei Stunden bis nach Lanquin. Zwei Stunden sind für uns schon mehr als ausreichend, trotz der ganzen Zeit die wir schon in Bussen verbracht haben, können wir es immer noch nicht besonders leiden. Aber gut, wir haben Zeit und so halten wir an vielen Orten, die die wenigsten Touristen zu sehen bekommen (Biotopo und Coban z.B.).

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Angekommen in Lanquin werden wir direkt belagert „Seeemuuuucc Champay… Seemuuuucc… Where are u going?? Hotel?? Blablabla“ und das von `nem 14 Jährigen, der sich richtig cool findet in seiner Position. „´Scheee klei Aschloch“ könnte man sagen :-) (So ist es immer, aber nur dann, wenn es touristisch wird)

100 Quetzales nach Semuc wollte er! Das ist definitiv zu viel… wir machen erstmal Mittagspause und versuchen es später nochmal. Der Kleine hat uns direkt wieder gefunden und auf seinen Truck gelotst. Jetzt sind es nur noch 25 Quetzales pro Person, immer noch viel zu viel, wie wir feststellen mussten. Normalerweise würde ich sagen halb so schlimm, aber net bei so einem grrr :-)

Unser Hotel für die nächsten Tage heißt El Portal und damit liegen wir genau richtig. Es ist total schön am Fluss gelegen und als einzige Unterkunft nur wenige Meter entfernt von Semuc Champay.

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Am nächsten Morgen, stehen wir ganz früh auf und laufen zum National Park. Bis jetzt könnte man sich gefragt haben was das eigentlich ist, dieses „Semuc Champay“…. :-)

Wenn ich es richtig verstanden habe, sind es natürliche Wasserbecken, die von einem unterirdischen Fluss gespeist werden. Das heißt, Wasser läuft in die Becken, die Becken laufen voll und bilden damit einen oberirdischen Fluss, der nur sehr langsam fließt und einfach das absolute Schwimmparadies ergibt…. Aha…jetzt aber…lieber Bilder… :-)

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Wir verbringen den ganzen Vormittag in den Becken. Die Sonne scheint. Einfach nur herrlich… Wir haben uns gegen eine geführte Tour entschieden und das war gut so. Die erste Stunde haben wir die Pools für uns ganz alleine und als die ersten Leute kommen, sind sie auch bald wieder weg, weil man mit der Tour wohl ein strammes Programm hat.

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Nach dem Mittagessen in unserem Hostel gehen wir noch mal zu den Pools und siehe da, wir sind wieder alleine. Perfekt! Vor allem wenn man vom Hotelmanager erzählt bekommt, dass es ein Tag vorher total voll war und dazu war es bewölkt und es hat geregnet.

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Den Abend verbringen wir mit Kartenspielen und in Gesellschaft zweier netter Amerikaner.

Für den nächsten Tag ist eine Schokoladen-Tour gebucht, vor allem zu meiner (Lisas) Freude. Wir brauchen eine Stunde, um zu dem Ort zu laufen. Angelangt im Hostel Utopia gibt’s erst mal en leckeren Fruchtsmoothy zur Stärkung. Puhh…wir dachten, wir werden auf halbem Weg abgeholt aber das hat irgendwie nicht geklappt. Wir haben bestimmt 28°. da sind in der prallen Sonne auch 6 KM ziemlich viel…

Begonnen wird die Tour unter Kakaobäumen. Wusstet ihr wie eine Kakaofrucht aussieht?

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Ich wusste es nicht. Und das man, dass äußere der Bohne ablutschen kann wie ein Bonbon war mir auch neu :-) Schmeckt wie eine Mischung aus Litschi, Mango…mhh…bisschen Hubabuba feeling.

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Die Bohnen werden für mehrere Tage zum fermentieren in ein Becken gelegt, dann werden sie in der Sonne getrocknet und sind verarbeitungsbereit. An dieser Stelle beginnen auch wir. Die Bohnen, noch mit Schale, kommen in eine Pfanne und werden unter ständigem bewegen solange erhitzt bis sie knistern. (Ca. 10-20 Min.)Das macht man, um die Schale einfacher von der Bohne zu lösen.

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Auf dem Tisch ausgebreitet, werden sie von uns geschält. Aber Vorsicht, die sind super heiß…(Sehr gute Beschäftigung für einen entspannten Nachmittag vor dem Fernseher)

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Nach dem alle fein säuberlich geschält sind kommen die Kakaobohnen in den Mixer! (Das ist das einzige Küchengerät, welches man WIRKLICH zum Schokoladenherstellen benötigt! Hat zufällig einer von euch, einen Mixer mit einer Pferdestärke? :-)…)

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Es dauert nicht lange und die kleine Küche wird von einem herrlichen Duft erfüllt. Nach ungefähr 2 Minuten probieren wir das erste Mal. Noch ist es eine ziemlich grobkörnige Masse aber Wow, in dem Mixer ist nichts außer Kakaobohnen(!), und es schmeckt genial. Für Patrick und wahrscheinlich die meisten Menschen ungewohnt intensiv und zu bitter im Geschmack aber ich finde es super. Ok etwas süßer dürfte es schon sein. Es wird weiter gemixt, die dunkle Masse bekommt eine immer cremigere Konsistenz.

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Nach und nach geben wir etwas Zucker dazu. Bei 30% Zucker, finden wir unseren Nenner. Jetzt schmeckt es uns allen gut. Wegen der hohen Außentemperatur, gibt der Mixer ein wenig zu früh den Geist auf… wir sind die perfekt weiche Schokolade von zu Hause gewohnt, unsere selbstgemachte ist noch etwas grob.

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Jetzt kommen kleine Förmchen ins Spiel. (Normale Eiswürfelschalen erfüllen genauso ihren Zweck) Etwas flüssige Kakaomasse in den Boden der Form und dann was auch immer man gerne in seiner Schokolade haben möchte. Honig, Nüsse, Erdnussbutter, Kokosraspeln, Chili…oder einfach natural.

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Ab in den Kühlschrank. Fertig!!

Ich(Lisa) bin absolut beeindruckt wie wenig Zutaten (Kakaobohnen + Zucker + Mixer) man für die Herstellung echter Schokolade benötigt.

Wir wurden darauf aufmerksam gemacht, das egal welche, wie teuer sie auch sein mag, Schokolade wir im Laden kaufen niemals so hochwertig ist wie diese. Eigentlich alle Schokoladen die Maschinell hergestellt werden, bekommen das gute Kakaoöl entzogen und bekommen billiges Fett zugeführt. (Auch die, die mit 80% Kakao ausgewiesen sind. Da geht es um die Trockenmasse ohne den Fettgehalt, aber grade das Kakao-ÖL ist das Hochwertige! Das wiederum, wird zur Herstellung von Kosmetikartikel gebraucht. (missbraucht)

Wenn ihr brav seid, werdet ihr alle was davon haben, das ich jetzt weiß, wie man Schokolade herstellt. :-)

Nach dem wir glücklich, gefüllt bis oben hin mit Schokolade, in unserem Hotel ankamen ging es erstmal in den Fluss abkühlen. Dabei entstanden, nach einer Wasserschlacht mit unseren neuen Freunde, diese wundervollen Bilder. :-)

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