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Laguna Lachua

Nach Semuc Champay verbringen wir noch eine Nacht in Coban und wollen dann weiter zur Lagnua Lachua. Ich habe den Ort in unserem Reiseführer gefunden (Rough Guide), aber wirklich niemand den wir bisher getroffen haben kennt den Ort, oder war schon mal dort.

Aber unser eher zurückhaldender Reiseführer spart nicht an Superlativen um die Lagune zu beschreiben „super crystal clear water in carebean blue“. Es hat etwas gedauert, bis ich die Lisa dazu überreden konnte wirklich dahin zu fahren, aber es hat zum Glück noch geklappt.

DSC01827Es klingt schon etwas abenteuerlich, kein Strom, Wasser und Essen mitten im Jungle gelegen. Im Internet sind die Informationen auch seeehr rar. Man muss sogar sein Feuerholz schleppen. Schleppen, weil bis zur Unterkunft im Jungel und der Schotterstraße vier Kilometer liegen.

Von Coban aus sind es ca. 3.5 Stunden bis zum Biotop und vor Ort werden wir sehr freundlich empfangen. Die Informationen aus dem Internet sind nicht alle aktuell, es gibt Wasser und Feuerholz. Außerdem sind die Zimmer dort mit allem ausgestattet was man benötigt. Bett, Fliegennetz und Decke.

Aus Faulheit, weil wir nicht umpacken wollten. haben wir uns entschieden unsere mittlerweile nervig angeschwollenen Rucksäcke zu tragen. Bei 30° und hoher Luftfeuchtigkeit sind auch 4 Km ziemlich langwierig :-)

Laguna Lachua TrekkingAuf halber Strecke haben wir, wie damals schon mal in Laos, in einem Schmetterlingsschwarm gestanden. Leider sieht es auf unseren Fotos nicht so schön aus wie in Echt.DSC01847DSC01832Nach insgesamt einer Stunde stramm laufen, kommen wir endlich an. Wir werden von unserer Unterkunft extrem überrascht.

Ein großes Wohnhaus und dazu eine Küche. Die Zimmer sind sehr einfach, aber wie vorher angekündigt, mit allem ausgestattet was man benötigt.Laguna Lachua Huts UnterkunftAber der See…… Hammer!! Es sind nur noch 4 andere Besucher da, alle sind ruhig und beobachten den Sonnenuntergang.

Lake Lachua Chilled Hut Laguna Lachua Water Color FarbeBis auf die Affen, die in der Nähe brüllen wie die Weltmeister, sehen und hören wir keine Wildtiere abgesehen von unglaublich vielen verschiedenen Vogelgesängen.  Es kostet mich viel Aufwand Lisa zu überzeugen, dass sie nicht gefährlich sind. Mir glaubt sie sowas nie :-)

Aber der Guide vor Ort ,konnte Ihr zum Glück, die Angst nehmen… :-)

Wir können jedem der nach Guatemala fährt raten: Macht euch auf den Weg zur Laguna Lachua!!

Flores / Tikal

Es geht weiter Richtung Norden. Eigentlich wollen wir einen Zwischenstopp, in einem kleinen Dorf, einlegen. Wir steigen aus, es ist super heiß, staubig und stickig obwohl ein breiter Fluss entlang des Ortes fließt. Es bedarf keiner großen Überlegung, hier wollen wir nicht bleiben. Wir nehmen ein Boot auf die andere Seite des Flusses und bekommen sofort 2 Plätze in einem Bus Richtung Flores. Das alte Kolonialstädtchen übertrifft meine Erwartungen. Es ist eine Insel auf dem See Lago Peten, die aber mit einer Brücke zum Festland verbunden ist. Man erkundet sie locker an einem halben Tag, aber es ist wirklich hübsch hier.

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Wir bleiben 2 Tage, gehen lecker essen und schlendern durch die schmalen Gassen und entlang des Ufers.

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Flores ist für die meisten Besucher der Ausgangsort um die alten Maya Ruinen „Tikal“ zu besuchen.

Wir entscheiden uns noch ein Stück näher an sie heran zu fahren und Schlagen unser Lager in El Remate auf. Es ist Mittag als wir ankommen, die Luft steht. Wir sind kurz davor die Ruinen gar nicht zu besuchen, weil uns irgendwie die Motivation fehlt „wir kennen ja schon so viele Ruinen“. Warum wir uns kurzer Hand dazu entschieden, die Ruinen doch noch am selben Tag zu besichtigen,weiß ich nicht. Aber es war gut so. Direkt vor unserer Hosteltür fährt der Bus ab. Und wer hätte es gedacht, wir zahlen viel zu viel für die kurze Strecke. Wir ärgern uns grün und blau und beschließen, zum gefühlt 100sten Mal „Wenn der Preis zu hoch ist, steigen wir nicht ein“.

Angekommen, kaufen wir 2 Tickets und direkt hinter der Hütte beginnt dichter Jungel. Es gibt einen Weg, der hineinführt.

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Für die nächsten 30 Minuten treffen wir keine Menschenseele aber dafür hört man unglaublich viele Tiergeräusche. Wieder mal sind wir ganz alleine mitten im Jungel. Ich bin ängstlich und stinkig. Immer müssen wir alles auf eigene Faust probieren, ohne Tour, nicht wie all die anderen.  Affen schwingen über unseren Köpfen durch die Baumkronen. Oh man, auch das noch…. Die Karten, an den Infotafeln, sind total ungenau und wir sind uns nicht sicher wo wir eigentlich sind.

Bald entdecken wir die erste Ruine. Wow, was ein fettes Teil und wie hübsch sie da steht, so zwischen dem ganzen Grün.

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Es geht weiter einen schmalen Pfad entlang und bei jedem lauteren Geräusch dreh ich mich um, dann erblicken wir eine große Grünfläche mit mehr Ruinen und… anderen Touristen :-)

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Puhh, wir sind wohl doch nicht die einzigen hier. Plötzlich ist alles nicht mehr ganz so gefährlich und auch ich finde Gefallen daran, das Tikal nicht total überlaufen ist und wir diesen besonderen Ort in Ruhe erkunden können. Dazu treffen wir, eine kleine Gruppe mit Guide, der uns erklärt das die Affen hier, immer auf den Bäumen bleiben und nie runter auf die Erde kommen, geschweige denn sich für irgendwelche Touristen interessieren. Ich fühl mich immer sicherer. Ja und die letzte Ruine, die wir finden, kann man besteigen.

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Die Aussicht ist unglaublich und nach dem eine Gruppe von 5 Leuten die Plattform verlassen hat, haben wir den Ort für uns alleine, naja nicht ganz alleine, da ist noch jemand der diese wunderbare Aussicht genießt.

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Wir machen uns auf den Rückweg. Ein wirklich toller Tag geht zu Ende. Wir hätten nicht gedacht, dass uns Tikal so gut gefällt und ich muss sagen es war wunderbar ohne Tour. ;-)

Am nächsten Morgen, gibt es ein wirklich leckeres Frühstück, im kleinen Kaffe neben an.

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Dann machen wir uns auf den Weg in Richtung Rio Dulce.

Rio Dulce

Die Stadt Rio Dulce selbst ist keine Augenweide, auch hier, ist es sehr heiß und staubig. Durch die kleine Hauptstraße, die auch gleichzeitig den Markt darstellt, brettern ununterbrochen LKWs, riesen Busse und alles was noch so einen stinkenden Auspuff hat. Durch kleine Nebenstraßen gelangen wir an den gleichnamigen Fluss. Hier ist es gleich viel angenehmer, es weht ein kräftiger Wind und man blickt auf einen breiten Fluss mit viel Wald herum. Das Kaffee, in dem wir warten, ist auch gleichzeitig die Ablegestelle für das Boot, welches uns zu dem Hostel bringt, was wir von Freunden empfohlen bekommen haben.

Die Fahrt dauert 40 Minuten, von dem Trubel aus den Stadt ist nichts mehr zu spüren, um uns herum ist nichts als Wasser und Natur. Dann ragt in der Ferne ein kleiner Steg aus dem dichten Wald. Das ist unsere Anlegestelle. Der Name des Hostels „Round House“(Rundes Haus) verrät alles. Der Steg bringt einen ans Ufer, dann sind es noch ein paar Treppen und man steht unter einem riesigen runden Holzdach. In der Mitte ist die Bar und herum stehen Couches und ein großer Tisch, wo es das gemeinsame Abendessen gibt. Klar Hängematten gibt es auch. Im oberen Stockwerk sind die Zimmer mit großer Terrasse. Alles ist umgeben vom Wald.

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Am Morgen starte ich den Tag mit einer 2 Stündigen Wanderung. Ein Guide, 2 netten Maltesern und ich. Patrick liegt solange gemütlich in ner Hängematte.

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Den restlichen Tag verbringen wir auf dem Steg, Lesen und wenn es uns danach ist springen wir in den Fluss.

Den Zweiten Tag verbringen wir ähnlich, nur das wir am Mittag eine kleine Kajaktour einlegen. Es geht durch Mangrovenwälder, die Abzweigungen des Flusses, sind teilweise grad so breit, das wir mit unserem Kajak durch passen. Wir kommen an kleinen Dörfchen vorbei, die Häuser sind direkt ans Wassergebaut und die Bewohner haben ganz schmale Holzkajaks mit denen sie sich fortbewegen. Es herrscht eine angenehme Stille und es ist schön zu sehen wie die Menschen hier leben.

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Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg nach Guatemala City. Sechs Stunden Busfahrt steht uns bevor und damit nimmt unsere Zeit in Guatemala ein Ende… Insgesamt sechs Wochen waren wir nun hier und können nur jedem eine Reise empfehlen und dabei sollte man den Rio Dulce und das Round House definitiv einplanen!!

Guatemala und die Sicherheit

Für uns war es ja ein großes Thema nach Guatemala zu reisen bzw. eher nicht zu reisen. Es hat mich einiges an Überzeugungsarbeit gekostet Lisa dazu zu bringen, nicht den Flug umzubuchen.

Zum einen lag das an dem sehr komischen Grenzbeamten in Los Angeles, der uns fragte ob wir denn verrückt seien nach Guatemala zu reisen.

Aber sonst – und das ist eigentlich noch schlimmer – wird eigentlich von jedem Reisenden berichtet: Guatemala ist schon gefährlich, aber …

Ließt man sich dazu noch die Seite vom Auswärtigen Amt, könnte man meinen dass kaum Überlebensmöglichkeiten bestehen ;-)

Letztens hat mir jemand, der die ganze Panamerika für einen jahr bereist und im Süden angefangen hat, gesagt „Gefühlt ist Zentralamerika sehr gefährlich“ weil „alle Macheten bei sich tragen“. Das ist deren Arbeitsgerät!!!

Dann wurde am Tisch in Semuc Champay erzählt, dass eine Woche vorher ein Reisebus überfallen wurde. Daraufhin bin ich zum Hotel Manager und habe gefragt was er dazu wüsste. Was glaubt ihr? Seit drei Jahren, in denen er dort arbeitet, sei niemals etwas passiert. Interessant… Oder?

Unser Eindruck ist dabei aber ein ganz anderer gewesen. Wir hatten in Guatemala nicht einmal eine auch nur im Ansatz gefährliche Situation. Wir sind die meisten Strecken mit lokalen Bussen (Chickenbus) unterwegs gewesen und waren dabei niemals in Gefahr. Auch hatte ich niemals den Eindruck jemand könnte uns etwas stehlen, was ja weit weniger schlimm wäre als Raub.

Wenn uns jemand nach Guatemala fragt:

Fahr nach Guatemala es lohnt sich und du wirst eine super Zeit haben. Darauf würde eine ToDo liste folgen von Orten die defintiv bereist werden sollten, aber Sicherheit würde ich genauso wenig Thematisieren, wie ich es z.B. zu Myanmar oder Laos machen würde.