Hispaw Mountian View

Trekking in Hispaw

Unseren letzten Blogbeitrag haben wir aus zeitlichen Gründen frühzeitig abgesendet, ohne vollständig von unserer anstrengenden aber großartigen zweitägigen Trekking Tour in der Umgebung von Hispaw zu erzählen….! :-)

Unser Guide hat uns morgens um 8 Uhr abgeholt. Wir waren erstmal überrascht, dass er gerade 18 Jahre alt ist, letztlich war das aber kein Problem. Wobei… wir vermuten, dass er sich direkt am Anfang unserer Tour etwas verlaufen hat, weil die Straße den Fluss entlang beim letzten Regen weggespült wurde. Ich denke, dass auch die Reisfelder übergelaufen und die Dämme an den Rändern gebrochen sind. Es war einfach alles überschwemmt. Wir haben bis dahin noch keine Reisfelder von so nah gesehen. Das Ganze ist eine echt komplexe Angelegenheit. Die Reisfelder hier sind immer entlang eines Baches angelegt und stehen komplett unter Wasser. Oben am Anfang des Baches, wird Wasser abgezweigt und durch die Felder geleitet. Damit das Wasser ordentlich fließt sind die Felder unterschiedlich hoch, das heißt je tiefer am Bach desto tiefer das Feld.

Gut also standen wir nach der ersten Stunde unserer Wanderung mindestens Knietief im Wasser und mussten uns einen Weg durch die Felder suchen. Anfangs wollten wir einen anderen Weg nehmen und zurück laufen, aber als die Schuhe eh schon komplett durchnässt waren, hatte der Guide die Idee eine Abkürzung zu nehmen… :-)Hispaw TrekkingDie Abkürzung war nicht wirklich die beste… Insgesamt mussten wir bestimmt fünfmal den Bach durchqueren… Mit Schuhen… Zum Glück haben wir keine riesen Trekking Schuhe dabei, sondern nur feste Turnschuhe… Die trocknen wirklich schnell :-)

Die Landschaft in den Bergen hier ist wirklich extrem Grün. Gerade die Farben der Reisfelder, ist auf den Bildern nicht wie in der Wirklichkeit erkennen. Einfach super leuchtendes Giftgrün. Wir haben Fotos gesehen die zwischen Januar und März aufgenommen wurden und zu dieser Zeit ist hier alles braun und tot. Für Myanmar ist die Regenzeit und damit „Off Season“ eigentlich perfekt zum Reisen. Das einzige was uns aufgefallen ist: Es gibt kaum blühende Blumen. Man stellt sich Asien ja eigentlich Kunterbunt vor, zu mindestens ging es mir so. Die Zeit dafür kommt ab November und Dezember meinte der Guide.

Aber jetzt weiter im Text: Als wir nach eineinhalb Stunden an unserem ersten kleinen Bergdorf angekommen sind, dachte ich noch dass die Tour recht einfach wird.

Shan Dorf HispawAber mit der Zeit wurde es immer steiler. Vor allem aber sind die Wolken vom morgen verzogen und es wurde echt heiß. Wir waren froh unsere Schuhe ausziehen zu können um zu relaxen, als wir gegen zwei Uhr die erste richtige Rast gemacht haben. Zum Essen gab es verschiedene vegetarische Gerichte Kürbis Curry, Teesalad und Senfblatt Suppe (oder sowas). Hier oben wird kaum Fleisch gegessen, sondern vor allem selbst angebautes Gemüse.

Während der einstündigen Pause war es sehr spannend zu beobachteten wie die Menschen hier leben. Zwei Dinge sind uns dabei vor allem aufgefallen. Die Einwohner in den Dörfern arbeiten sehr hart z.B. beim Teepflücken an den steilen Berghängen

Shan Tea Tee HispawSie arbeiten auch viele Stunden am Tag, aber mit einer Ruhe und Gelassenheit wie wir uns das kaum vorstellen können. Während wir aßen wurde von der Frau des Hauses der getrocknete Tee sortiert, wobei zwischendurch uns etwas Tee eingeschenkt wird, mit Oma und Tante gequatscht, der Tisch abgeräumt, oder Süßigkeiten im kleinen Laden verkauft. Das ist eine Freiheit um die die Menschen hier zu beneiden sind…

Außerdem war noch Interessant, wie kleine Kinder hier einfach in den Alltag mit einbezogen werden. Sie schwirren glücklich zwischen allen umher und werden von jedem mal ein bisschen betreut, so dass Ihnen an nichts fehlt. Sie stehen nie so extrem im Mittelpunkt wie das bei uns der Fall ist. Die Mama kann wunderbar Teesortieren, während die kleine zwei Jährige uns Minuten lang mal lächelnd mal verblüfft anstarrt. Irgendwann ist sie fast im Stehen eingeschlafen. Weil keiner außer uns im Raum war, ist sie Lisa in die Arme gelaufen und wurde kurz herum getragen, bis die große Schwester sie ins Bett gelegt hat. Im selben Raum… Es kann so einfach sein….

DSC04311Bis zum Ende unserer Tour, für den heutigen Tag, ging es nochmal zwei Stunden den Berg aufwärts. Vorher sind wir eigentlich die ganze Zeit auf einer Art Forstweg gelaufen, auf der genug Platz für Ochsenkarren und Roller war. Die letzte Etappe hatte mehr von einem schmalen Wanderweg. Dadurch bekommt das ganze nochmal viel mehr Flair.

Unser Dorf für die Nacht hat uns echt super gefallen. Schöne Häuser mit kleinen Gärten davor, überall Kinder und an der Spitze des Berges ein Kloster. Irgendwie idyllisch…

DSC04359

Die Menschen sind hier mit dem wenigen Geld das sie verdienen in der Lage es sich richtig schön einzurichten. Das erinnert mit an meinen Beitrag zu Colombo…

Am Abend haben wir noch einige interessante Geschichten erzählt bekommen mit der ich hier aber niemanden mehr langweilen möchte :-)

Insgesamt hat uns der Trip sehr gut gefallen, was auch viel mit den Menschen zusammenhing die wir unterwegs getroffen haben. Im Nachhinein hätten wird vielleicht noch eine weitere Nacht dort bleiben sollen. Aber es lässt sich auch so wieder einiges fürs Leben mitnehmen. :-)

PS: Das haben wir schon vor ein paar Tagen geschrieben, aber das Internet hier im Inle See funktioniert seit Tagen nicht :-)

 

4 Gedanken zu „Trekking in Hispaw“

  1. Wieder toller Bericht.
    Blumen werdet Ihr wahrscheinlich nicht viele sehen, dafür viiieeeel Grün :-).
    Ja, saugt das einfache Leben in Asien auf und nehmt so viel wie möglich mit nach D zurück.
    Kinder erziehen kann so einfach sein :-)…..aber leider in Europa nicht mehr umsetzbar :-(. ….oder doch….
    Freue mich auf weitere Erfahrungen und Eindrücke, von euch
    Gruß von uns

  2. Wie ist das eigentlich mit giftigen Tieren wie Schlangen oder so? Dachte immer gerade in Reisfelder wären Schlangen keine Seltenheit.

    Generell würde mich mal interessieren ob es schon die eine oder andere Begegnung mit verschiedensten Tieren gab :)

    1. Hier in Myanmar gibt es wie in ganz Asien nur ca so viele Hunde wie Menschen… Aber sonst haben wir kein einziges Tier gesehen… Ich habe bei der Tour auch nach Schlangen gefragt. der Guide meinte nur, dass wir die essen wenn wir eine finden :D
      In Sri Lanka war das anderst. Überall Tiere… Einmal haben wir eine giftige Schlange gesehen, aber die hatte ein Einheimischer bereits gekillt. Vorher hatte er wohl Betelnuss gegessen (dadurch werden die Zähne rot gefärbt). Sah aus als hätte er sie tot gebissen. :D
      Noch besser war, dass er die Schlange in den Wald geworfen hat und sie im Baum hängen blieb… Wenn die jemand auf den Kopf fällt bekommt man ja einen Herzinfakt :P

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