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Guatemala Stadt

Wenn man sich die Seite des Auswärtigen Amt zur Sicherheitslage in Guatemala so durch ließt, könnte man schnell vermuten wir fahren direkt ins Kriegsgebiet. Eigentlich kann man keinen Bus nehmen, nicht bei Dämmerung auf die Straße gehen, oder sich überhaupt durch das Land bewegen ohne Sicherheitsmann an seiner Seite. Gut das Auswärtige Amt hat den Auftrag uns vor jeglichen Gefahren zu schützen und ist mit seinen Formulierungen lieber übervorsichtig, als dass sich später jemand Beschweren kann. Aber was sind die Erfahrungen anderer Reisender? Die Erzählungen beginnen fast IMMER mit „Ja, schon gefährlich, aber wenn man sich an die Regeln hält, kein Problem“… Aha. Gefährlich, wie einbeinig, rückwärts und blind über ein 100 Meter über den Boden gespanntes Drahtseil hüpfen? Also wirklich gefährlich? Wohl eher nicht!

Im Vorfeld habe ich viele Blogs und Reiseberichte zu Weltreisen und auch Guatemala gelesen und abgesehen von der Bemerkung gefährlich, sind sich alle einige: Einer der schönsten Länder Zentral Amerikas! Also fahren wir doch mal vorbei und überzeugen uns selbst, ohne uns einschüchtern zu lassen!! Wenn auch mit 900 Puls für Lisa, aber das trainiert das Herz! :-)

Wir buchten im Voraus den günstigsten Flug nach Guatemala, den wir finden konnten, am 3. April. Warum es der günstigste Flug war, haben wir zum Glück noch im Vorfeld erfahren: K-Freitag und Heilige Woche, die das ganze Land lahmlegt. Eigentlich wollten wir garnicht in Guatemala City übernachten, weil es einer der gefährlichsten Orte im Land sein soll, aber es gibt keine Busse aus der Stadt und wahrscheinlich wäre es kaum möglich gewesen in andere Städte rein zu kommen, weil das ganze Land am Reisen ist.

ABER das war die beste Entscheidung! Die Stadt hat einige schöne Ecken zu bieten und unsere Zeit im Hostel Quetzal Roo war richtig cool! Viele Reisende aus der ganzen Welt, am Abend sitzt man zusammen und erzählt, am Tag erkunden wir die Stadt. Das Hostel organisierte eine Radtour durch die Stadt

Einer der vielen Diktatoren von Guatemala wollte auch einen Eifelturm haben...
Einer der vielen Diktatoren von Guatemala wollte auch einen Eifelturm haben…
Die Amerikaner haben ihre alten stinkenden Schulbusse an Guatemala weiter gegeben. Sehr nett, oder?
Die Amerikaner haben ihre alten stinkenden Schulbusse an Guatemala weiter gegeben. Sehr nett, oder?

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Quetzal Roo's Peanut
Quetzal Roo’s Peanut
Einer der coolen alten Gebäude in Guatemala City
Einer der coolen alten Gebäude in Guatemala City
Traditionelle Kleidung ist total verbreitet
Traditionelle Kleidung ist total verbreitet
Die Prozession in Guatemala City
Die Prozession in Guatemala City

Viele Bilder haben wir nicht gemacht, weil wir jetzt nicht direkt riskieren wollten, an den ersten Tagen abgezockt zu werden :-)

Interessant war schon zusehen wie das Land versucht für Sicherheit zu sorgen. Jeeps mit mit 10 schwer bewaffneten Polizisten und einem riesen Maschinengewehr auf dem Dach, vor Banken stehen sie zu zweit mit Pumpguns und dann haben wir noch die Spezialeinheit getroffen… 20 Mann auf Motorrädern, ebenfalls bewaffnet um Krieg zu führen… :-) Das kann einschüchternd wirken, aber mit denen legen sich bestimmt auch keine Drogenkartelle an, also sorgen sie so schon für Sicherheit. Es gibt definitiv bessere Wege, aber man braucht auch keine Angst zu haben…

Am nächsten Tag war ein Grillabend geplantDSC01120 DSC01113Sonst wurden wir von anderen Gästen noch nach El Salvador eingeladen und sie wollen uns etwas das Land zeigen. Da sagen wir nicht nein, das wird cool!! Aber vorerst geht es für uns nach Xela im Nordwesten des Landes… para aprender espanol ;-)

Xela

Für den Beginn unserer Zentral- und Südamerika Tour war erstmal Spanischschule geplant. Aus einigen Erfahrungsberichten wussten wir bereits, dass Xela im westlichen Hochland von Guatemala dafür am besten geeignet sein soll. Und Xela liegt wirklich hoch mit über 2200 Metern, deshalb ist es hier auch meistens recht frisch, aber nie zu kalt – angenehm.

Ausblick von unserer Dachterasse im Nim Sut Hostel

Die älteste Kirche in Zentral Amerika
Die älteste Kirche in Zentral Amerika

Die ersten zwei Tage haben wir vor Ort nach der „besten“ Sprachschule Ausschau gehalten und haben am Ende wohl einen guten Fang gemacht! Es ist schon krass wie günstig hier die Schulen sind… 5 Tage a 5 Stunden kosten ohne in einer Gastfamilie zu wohnen 118 USD mit Familie 150 USD pro Person. Es sind 7 Übernachtungen bei der Familie enthalten und täglich drei Mahlzeiten. Wir haben uns aber dagegen entschieden und die Zeit in einem Hostel verbracht. Einerseits waren wir so sehr flexibel, konnten essen wann wir es wollten und vor allem was wir wollten, aber andererseits dachten wir, dass man sich in einer oder zwei Wochen in der Familie nicht wirklich wohl fühlt. Man ist das 5 Rad am Wagen und so wurde es uns auch von anderen Schülern bestätigt…

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Lisa mit ihrer Lehrerin in der Schule Ulew Tinimit

Zwei Wochen Sprachschule ohne wirkliche Vorkenntnisse sind auf jeden Fall effektiv, aber irgendwie haten wir uns ein bisschen mehr  Erfolg  vorgestellt. Bestellen, einkaufen, einfache Anstandsunterhaltungen sind drinne, aber dann wird es schon schwer :-) Für die nächsten Wochen ist Vokabel lernen angesagt, denn das ist einfach das Wichtigste überhaupt. Ohne spanisch kann man in dem Land fast kein Essen bestellen und dafür sind wir jetzt sehr gut vorbereitet.

DSC01217Xela ist jetzt keine Traumstadt, aber im Gegensatz zu asiatischen Städten, habe die in Guatemala definitiv mehr Flair! Wir haben uns mit der Zeit aber so gut eingerichtet, dass es jetzt sogar schade ist zu gehen. Mit über zwei Wochen waren wir hier jetzt am längsten auf unserer gesamten Reise und haben quasi schon fast Fußgefasst…

Aussicht Hostel "Nim Sut"
Aussicht Hostel „Nim Sut“

Um günstiger leben zu, kaufen wir fast jeden Tag, Essen auf dem Markt und machen uns echt leckere Sachen! Der Fruchtmarkt hier in Xela ist einer der größten die ich bisher gesehen habe, vielleicht liegt das aber auch daran, dass gerade Fruchtsaison ist.

DSC01219 DSC01222 DSC01239In Neuseeland waren wir in den Hotsprings bei Hanmer Springs, für die im ganzen Land Werbung zu finden ist. Letzte Woche besuchten wir die ersten Hotsprings in Guatemala und können sagen: Richtig Geil! Alles Naturbelassen im Jungel, richtig heißes Wasser, einfach und schön!DSC01200

DSC01170Für heute war eine drei Tage Trekking Tour (45KM) von Xela nach Lago Attitlan geplant, aber leider hat es Lisa total erwischt. Irgendwelche  fiesen Bakterien haben es sich im Verdauungstrakt festgesetzt, aber in wenigen Tagen wird das Antibiotika alles geklärt haben und es geht weiter für uns.

Trecking von Xela nach Lago de Atitlan

100 % bin ich noch nicht wieder fit aber so langsam müssen wir jetzt auch mal weiter ziehen und die Wandertour zum Lago Atitlan möchte ich unbedingt machen.

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Morgens um 6 Uhr ist Treffpunkt. Ein anderes Pärchen unser Guide und wir Zwei. Auf unsere Rücksäcke werden die Lebensmittel für die nächsten Tage verteilt, Isomatte und Schlafsack haben wir auch geliehen, 8-10 kg Gepäck targen wir bestimmt. Von hier aus, werden wir mit einem Bus 30 Minuten bergauf gefahren, dann hört plötzlich die Straße auf und ein holpriger, staubiger Erdboden beginnt. Hier startet unsere 3 Tages Treckingtour. Links und rechts stehen ein paar kleine Holzhütten, die letzte Chance Wasser oder Snacks einzukaufen. Es geht steil bergauf das Gewicht unserer Rücksäcke macht sich schnell bemerkbar und auch, dass ich die letzten Tage krank war, kann ich spüren. Wir kommen langsam voran und machen immer wieder kurze Pausen.

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Die ersten 2 Stunden haben wir vielleicht die schönste Aussicht. Ab dann bleibt es steil und die Landschaft verändert sich so gut wie gar nicht mehr. Viel von der Umgebung sehe ich eh nicht, weil ich damit beschäftigt bin auf den Boden zuschauen um nicht auszurutschen. Dazu ist es gewöhnlicher Mischwald und es die ganze Zeit diesig was dazu führt, dass wir nicht weit sehen können. Ab und an treffen wir auf kleine Gruppen Guatemalteken, die diesen beschwerlichen Weg als Handelsstrecke nutzen mit ebenso viel Gepäck auf ihren Rücken.

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Nach neun Stunden trecken kommen wir völlig platt in dem kleinen Dörfchen an, wo wir unsere erste Nacht verbringen. Das Dorf an sich ist hübsch gelegen. Auf der Spitze eines Berges umrundet von verschiedensten Gemüse- und Obstfeldern und auch im Dorf selbst blüht und gedeiht es. Wir können uns kaum noch bewegen aber die großen dunklen Kinderaugen überreden Patrick doch dazu mit ihnen Fußball zu spielen. Ob das so eine gute Idee ist? Spaß hatten auf jeden Fall alle dabei. Gegen 19 Uhr wird es dunkel und wir werden müde. Trotz Hunde und Hühnergeschrei und sehr dünner Isomatte schlafen wir relativ gut. Um 7 Uhr gibt es Frühstück (Früchte, Müsli, Erdbeerjoghurt. Natur Joghurt gibt es hier so gut wie gar nicht)

Mit der Hoffnung, dass sich die Landschaft etwas verändert geht es gegen 7:30 Uhr weiter und wieder, wer hätte es gedacht, steil bergauf. Leider gibt es auch an diesem Tag keine große Veränderung, nur das es noch mal um einiges Steiler wird und wir Stöcke benötigen um halbwegs heile Berg auf und ab zu kommen. Patrick hat mittlerweile ziemliche Knieschmerzen und keinen großen Spaß mehr. Nach 5 Stunden wandern gelangen wir in die Ortschaft, die heute unsere Bleibe ist. In dem kleinen Garten platzgenommen machen wir nicht mehr viel. Eine Sauna gibt es, die wir am Nachmittag ausprobieren. Eine winzige Lehmhütte, in der von der Frau des Hauses, Feuer gemacht wird. Zwei Stunden später ist die Sauna benutzungsbereit. Sahra, Jo und ich klettern in die kleine Hütte, Patrick entscheidet sich gegen den Spaß. Nach dem wir alle ein Plätzchen gefunden haben, bekommen wir eine kurze Einweisung und dann wird eine Plastik Plane vor die „Tür“ gehängt. Wasser sollen wir auf die Steine schütten, eigentlich wie bei jeder anderen Sauna auch, nur dass man hier komplett eingeräuchert wird und es schwer ist zu atmen. Die Augen müssen zu bleiben sonst brennt es zu sehr. Ach ja, ein bisschen schwitze ich auch, aber mehr konzentriere ich mich darauf nicht zu viel Rauch einzuatmen. Nach vielleicht 7 Minuten hab ich genug und grabbele aus dem Häuschen. Völlig eingeräuchert gehe ich mich abduschen. Auch am Nächsten Tag riechen eine Haare noch nach Rauch…die Saunen, die ich von zu Hause kenne, sind mir viel Lieber.

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Am 3. und letzten Tag klingelt unser Wecker um 4:45 Uhr wir wollen uns den Sonnaufgang anschauen. Es soll besonders schön sein, weil man auf den See schaut und die ganzen Berge Drumherum zu sehen sind. Den kurzen Aufstieg macht Patrick trotz schmerzender Knie mit. Auch hier haben wir kein Glück. Es ist völlig bewölkt und wir sehen nichts. No nada! Unser Guide zeigt in die Richtung wo der See sein soll… nicht mal erahnen können wir ihn.

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Eigentlich hätten wir noch 3 Stunden Wanderung vor uns, aber wegen den Knien von Patrick nehmen wir den Bus. Darüber bin ich sehr froh, auch ohne schmerzhafte Knie, fällt es mir schwer zu laufen. 1 ½ Stunden später werden wir in dem kleinen Dorf Namens San Petro rausgelassen.

Lago Atitlan

Von unserem Endziel der Trekking Tour, haben wir im Vornherein schon viel gehört und vor allem gutes. Wir waren sehr gespannt darauf zu sehen, was den Lago Atitlan so einzigartig machen soll. Unsere Wanderung endete in dem Ort San Pedro am See, der einer der Hauptpartyorte in Zentralamerika zu sein scheint. Gerade nach der dreitägigen Wanderung suchen wir eher nach etwas ruhigen und entspannten. Wir haben gerade noch eine Empfehlung bekommen, dass San Marcos sehr entspannt ist, aber voll von „Hippies“, die „den Ort unecht wirken lassen“. Aber egal ab dafür!!

DSC01338Normalerweise mache ich „leben und leben lassen“ zu meinen Idealen, aber manchmal muss man einfach ab lästern, gerade wenn es lustig ist! ((-:

Also rund um den See sind einige (14?!) kleinere Ortschaften und die beste Verbindung zwischen ihnen sind kleine Boote. Als wir nun unser Boot nach San Marcos bestiegen, bekamen wir direkt mal einen richtigen Hippievorgeschmack. Da liegt also am Bug unseres Bootes so ein zotteliger Typ mit seinen Füßen über die Reling geworfen und Kopf nach unten hängend, sein Bauchnabelpiercing und Fußkettchen in die Sonne haltend, aber wäre das nicht schon genug, spielt er auf seiner hölzernen Elfenflöte vor sich hin (!). Ich bin ja kein Musikexperte, oder besonders musikalisch, aber eins weiß ich, noch nie habe ich jemand schlechter Flöte spielen hören…. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich mich gefreut, als der Bootsführer Rihanna aufgedreht hat. Ich konnte genau erkennen, was sich die Guatemalteken gedacht haben „Die spinnen die Gringos“ :-)

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Eins noch dann ist es auch wieder gut… Welche verdammte Message verfolgen diese Typen, wie man sie sowohl in Asien als auch hier trifft?? Ich meine anders sein ist ja wunderbar, aber hier geht es doch darum maximal aufzufallen und zwar damit anders zu sein. Wie Haare Grün färben, aber ohne Message??!

Ok, San Marcos ist wirklich sehr touristisch, was hier bedeutet, dass Hotel neben Hotel gebaut wurde. Wir finden relativ schnell einen schönen Ort mit kleinem Garten und wollen erstmal die Füße hoch legen. Wir hören aber schon die ganze Zeit laute Musik – es ist San Marcos Tag, wie wir erfahren. Gerade haben wir auf dem Markt eingekauft und uns eingerichtet, als zum ersten Mal ein guatemaltekischer Böller abgeschossen wurde. BOOOOOOOOOOOMMMMM!!!!! Ich glaube viel Lauter kann eine Bombe nicht sein :-O Es gab Schläge, das kann man kaum glauben, bevor man es nicht selbst gehört hat. Und leider ging das die GANZE Nacht weiter, ohne auch nur einmal zu stoppen, dass diese Bomben in unregelmäßigen Abständen gezündet wurden. Dazu wurde Live Salsa gespielt und zwar ebenfalls 24 Stunden o laut das man es im gazen Dorf hören konnte. Die wissen wie man Party macht!! (-: Wir erfuhren, das jedes Dorf am See, seinen Namenstag feiert und sage und schreibe 5 Tage lang….

DSC01334Wir wollten doch aber entspannen… und zogen deswegen weiter. Nach Santa Cruz sollen wir gehen, wurde uns von der Hotelbesitzerin empfohlen… also los gehts!! ;-)

Santa Cruz ist einfach mini mini…. Es gibt drei Hotels am Wasser, kein einziges „local“ Resturant und nach einer Nacht entscheiden wir uns den Lago Atitlan schon wieder zu verlassen. Es gäbe bestimmt noch andere Orte am See, die interessanter wären als die drei mega touristischen, die wir zu sehen bekommen haben. Viel kann man hier aber auch einfach nicht machen…. Saufen in San Pedro, Yoga in San Marcos und Wandern überall, aber das hat sich für uns erstmal erledigt… :-)

DSC01337Leider wurde die Sicht auf den See während unseres gesamten Aufenthaltes durch eine dicke Nebelwand versperrt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es hier wirklich schön ist, aber mit vielleicht 30 Meter Sichtweite, sieht es aus als wären wir am Meer und nicht an einem See mit schönen Bergen herum. Wir haben den See schneller verlassen als erwartet, dass liegt auch daran das unsere Erwartungen definitiv nicht übertroffen wurden.