Südküste

In den letzten Tagen ist auf unserer Seite nicht so viel passiert. Warum? Weil wir auch nicht viel gemacht haben. Drei Tage verbrachten wir an einem wunderschönen abgelegen Strandabschnitt bei Tangalle.

TangalleDie meiste Zeit beschäftigten wir uns mit lesen, ab und an was essen und die aller größte Anstrengung des Tages war eine Runde Beachvolleyball :-)

Backpacking Ebook ReaderUnser Zimmer war relativ günstig, da aber in der Nähe kein Städtchen lag und wir immer das extrem leckere Hotelrestaurant nutzten, summierten sich unsere Ausgaben ordentlich und sprengten am Ende unser Reisebudget – das holen wir aber wieder rein.

Kalamari Tangalle DSC03402Von Tangalle ging es tiefenentspannt nach Unawatuna (Montag). Dies ist ein kleiner touristischer Ort, der zu unserer Verwunderung ziemlich ausgestorben ist – Klar, hier ist gerade Nebensaison aber sooo wenige Urlauber…? Via Telefon hatten wir im Voraus für unsere erste Nacht ein Cabana für 1500 Rupie (Rs.) gebucht. Dachten wir zumindest, denn an diesem Punkt wollen wir etwas ansprechen, dass uns an Sri Lanka langsam etwas nervt bzw. enttäuscht. Vorerst ist aber wichtig zu sagen, dass Singalesen immer super Nett uns gegenüber waren und wir Sie prinzipiell als ein sehr freundliches und hilfsbereites Volk beschreiben würden.

In ausnahmslos jedem Ort den wir besucht haben, wurden wir in irgendeiner Weise „abgezockt“. Dabei geht es uns nicht darum, dass wir z.B. mehr zahlen als Singalesen, oder wir den Preis verhandeln müssen. Es wurden einfach Deals gemacht und später nach Lust und Laune geändert. So extrem kennen wir das aus Thailand nicht.

Z.B. haben wir zu viert gehört, dass unser gemietetes TukTuk 1500 Rupie pro Tag kostet, 2 Tage später sollten es aber 2500 sein. Ein anderes Extrem war in Ella,.Wenn man hier den Ella Rock besteigen will, warten am Fels überall „Schlepper“, die einen extra in die falsche Richtung schicken – um zu verwirren. Dann heißt es „ah ich wohne hier am Fels, ihr könnt mir einfach folgen“. Oben angekommen kostet das Ganze dann Geld, weil man ja einen Guide gemietet hat. Wir haben den Gipfel gefunden, indem wir immer in die entgegengesetzt Richtung von dem gelaufen sind, was uns der Einheimische empfohlen hat.

Wirklich schade…

Zurück zu unserem Cabana. Heute Morgen sollte ich statt den ausgemachten 3000 Rs. (zwei Nächte) 4000 zahlen. Da ich die Diskussionen wirklich satt habe, zahlte ich ohne weitere Disskusion. Das konnte Lisa aber nicht auf sich sitzen lassen und holte uns die zu viel bezahlten 1000 Rupis zurück.

Jetzt aber genug geweint, denn die posiviten Eindrücke überwiegen letztlich doch!! ;-)

Drei Kilometer von Unawatuna entfernt befindet sich Galle, das mit seinem 400 Jahre alten Fort ein zu empfehlender Tagesausflug ist. Vor Ort haben wir uns ein Zugticket für den heutigen Tag nach Hikkaduwa besorgt. Endlich mal Zug fahren und wir finden es echt super…. So entspannt im gegensatz zum Bus :-)

Gerade sitzen wir in unserem Hotel und buchen für morgen gleich den nächsten Ort. Es ist nicht mehr viel Weg bis nach Colombo und in 5 Tagen geht es schon nach Bangkok…

PS: Arugam Bay -> Tangalle ca. 4 Stunden Taxi / Tangalle -> Unawatuna mit dem Bus 1 Stunde / Unwatuna -> Galle 15 Min TukTuk / Galle -> Hikkaduwa 20 Min Zug. :-)

 

Hikkaduwa und Bentota

….das man für den Besten Burger nach Sri Lanka fliegen muss, dass hätten wir nicht gedacht ;-) Abgesehen von diesem leckeren Ausrutscher in Hikkaduwa, gibt es bei uns so gut wie jeden Tag Reis mit Beilage: Curry, Fisch oder Gemüse ;-) und als Mittagssnack gibt es Rotti (Samosa) und/oder Obst.

Sri Lanka RottiTeigtaschen mit manchmal mehr, manchmal weniger scharfer Gemüsepaste!!! Sehr lecker!!

Durch das kleine, am Strand liegende Städtchen, verläuft direkt eine Schnellstraße (OHNE Bürgersteig)Somit spielt sich alles Leben dort an einer Hauptstraße ab. Wirklich entspannt ist es nicht, wenn ständig hupende LKWs und Busse sehr eng an einem vorbei rasen. Von einem Tuk Tuk Fahrer erfuhren wir, das die Regierung schon am Plan für einen Umbau dieser Straße ist….
Auch in Hikkaduwa sind nur sehr wenige Touristen unterwegs und in unserem Hotel waren wir die einzigen Gäste. Der Herr an der Rezeption war aber sehr bemüht uns einen schönen Aufenthalt zu gestalten und organisierte uns eine Tour ins Tsunami Foto Museum.
Unsere Vorstellungskraft reicht nicht aus um sich diese Katastrophe nur im Geringsten vorzustellen, aber die Singalesen haben dort einen Ort geschaffen an dem man sich, vielleicht mehr als sonst wo, mit dem Thema befassen kann.

Tsunami Museum Hikkaduwa
Die erste Welle kommt unerwartet
Tsunami Museum Hikkaduwa
Das Wasser zieht sich ungewöhnlich weit zurück. Menschen laufen richtung Meer um zu sehen was los ist.
Tsunami Museum Hikkaduwa
Anschließend kommt die zweite Welle und nimmt alles mit was ihr im Weg steht

Das Museum war vor der Naturkatastrophe die Wohnung der Museumsführerin und ihrer Familie. Bei dem Tsunami wurde es koplett zerstört und 2004 dann als Musem neu eröffnet.Wir konnten all unsere Fragen stellen und diese wurden mit einer unglaublichen Ausführlichkeit beantwortet. Schon krass wenn jemand davon erzählt, der es selbst miterlebt hat.

Am nächten Morgen (8:30 Uhr) hatte ich noch eine super Yogastunde auf dem Dach einer singalesischen Familie und dann ging es schon weiter nach Bentota. Der Yogalehrer versuchte sehr ambitioniert auch Patrick für seine erste Yogastunde zu begeistern, schaffte dies aber nicht. ;-)

Für Bentota haben wir uns ein Hotel mit Pool gesucht um die letzten Tage in Sri Lanka im Wasser verbringen zu können – im Meer baden ist hier wegen der starken Strömung nicht möglich. Auch hier waren wir die einzigen Gäste…

Panchi Villa Bentota
Zum Abendessen gab es mal wieder super Sri Lankan Curry
Sri Lanka Curry
Von hier aus machten wir 2 nette Ausflüge. Eine 2 Stündige Bootstour durch die lokale Lagune – mit guten Blick auf kleine Krokodile.

Am 2 Tag ging es mit Samantha unserem sehr netten Tuk Tuk Fahrer zu einem Buddhistischen Tempel. Die Tour dorthin dauerte ungefähr 1 Stunde. Wir fuhren über Dörfer und überquerten sogar einen Fluss mit einer Fähre, die sich nur in Bewegung setzt wenn alle Fahrgäste kräftig am Tau ziehen. So ging es im Schneckentempo über den Fuss :-)

Die Fähre

 

Colombo

Mittlerweile sind wir schon zwei Tage in Bangkok und haben einen perfekten Vergleich zwischen den zwei Ländern Sri Lanka und Thailand und vor allem zwischen den Hauptstädten Colombo und Bangkok. Denn die Zugfahrt von Bentota nach Colombo hat nochmal vor Augen geführt in welchen extremen Zuständen die Menschen teilweise auf der Welt und in Sri Lanka leben. Es ist klar, dass uns das auf unserer weiteren Reise noch öfter so gehen wird, aber auf der erwähnten Zugfahrt habe ich mir eine Frage gestellt: Gab es das jemals so in Deutschland bzw. Europa?

Die Zugstrecke verläuft direkt am Meer und ist teilweise von beiden Seiten mit Holzhütten umbaut, die offensichtlich nur aus gefunden Brettern, Wellblechen und Plastiktüten bestehen. Wasser und Strom in irgendeiner Form ist ausgeschlossen. Alles voller Müll.

Das seien Fischer hat man uns öfter gesagt und sie würden ihr Geld immer versaufen. Aber ich bezweifle sehr stark, dass die alle zu besoffen sind ihren eigenen Zustand nicht zu erkennen. Mit Vorurteilen gegenüber Minderheiten geht es sehr schnell, wie sich hier wieder zeigt.

Die selben Erklärungen haben wir für die Tamilen bekommen, die Hauptsächlich für die Teeernte zuständig sind und in ähnlichen Verhältnissen leben. Sie wären einfach faul und machen nichts aus Ihrem Geld.

Menschen sind seit Ewigkeiten in der Lage sich Häuser zu bauen, die aus Wand und Dach bestehen die dazu noch Regen- und Windschutz bieten. Wieso geht das nicht mehr??

Das einzige was mir dazu einfällt ist, dass es nicht mal mehr die Möglichkeit gibt sich mit den nötigsten Utensilien selbst zu versorgen, die man zum Bau eines Hauses benötigt. Ressourcen hat das fruchtbare Land offensichtlich genug.

In Colombo sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Gesellschaftsschichten unglaublich sichtbar. Ein Beispiel aus der fahrenden Bahn war eine Baustelle für einen neuen Glasbunker und das Haus welches direkt daneben lag.

Colombo Better Life

Better Life Sri Lanka

Für mich ist es wichtig die Reise auch dafür zu nutzen über die Gegebenheiten der Länder die wir bereisen nachzudenken. Mein Beispiel ist viel zu simpel um vollständig zu sein und mit Sicherheit gab es viel schlauere Leute die darüber schon Bücher geschrieben haben. Das sind einfach meine Gedanken dazu…

Anderseits haben wir natürlich wieder eine super Zeit mit unseren neuen Reisegefährten Nadia und Thomas gehabt. Wir haben die zwei Tage in Colombo genutzt um die Stadt vor allem zu Fuß zu erkunden. Am Montag war Vollmond und dazu buddhistischer Feiertag. Man haben wir gedacht, wie entspannt Colombo ist, denn die Straßen waren wie leer gefegt…. :-) Aber weit gefehlt wie wir am Dienstag live erleben konnten, als der Feiertag vorbei und das stättische Leben wieder zum vorschein kommt.

Wie gesagt sind wir bereits in Bangkok und die Stadt gefällt uns wirklich gut. Der Konstrast zu Colombo ist extrem. Bei unserem ersten Aufenthalt in Bangkok waren wir über so viel Neues nur am Staunen. Nach vier Wochen reisen nehmen wir hier alles ganz entspannt.

Aber die Stadt und das Land selbst sind ohne Zweifel auf unterschiedlichen Entwicklungsständen.

Wir haben heute spontan unser Flugticket nach Myanmar gebucht und fliegen gleich morgen 1.5 Stunden rüber – anders als geplant über den Landweg. Wir bleiben gespannt…. :-)

Wir wollen erstmal kein Fazit zu Sri Lanka selbst abgeben. Erstmal müssen wir die anderen Länder auf uns wirken lassen um einen guten Vergleich zu haben. Die Reise selbst war ein voller Erfolg, denn wir hatten viel Spaß und haben einiges erlebt.

Die Ausgaben haben sich auf 32€ pro Person / Tag belaufen. Wobei wir zeitweise viel günstiger waren, aber die letzten Wochen bewusst etwas teurer gelebt haben.

 

Yangon Myanmar

Bevor wir unsere Reise angetreten sind, haben wir eine lange Zeit vorher viele Berichte und Blogs von anderen Reisenden verfolgt. Dabei haben wir uns dabei oft gefragt wo genau denn die Unterschiede zwischen den Ländern in Süd-Ost Asien liegen – was nicht einfach zu beschreiben ist.

Myanmar ist dabei als das Land aufgefallen, das extrem nette Einwohner hat. Nach den ersten zwei Tagen lässt sich das für uns dick und fett unterstreichen. Von der ersten Minute am Flughafen bis gerade kurz vor der Weiterreise nach Bagan haben wir nur sehr positive Erfahrungen gemacht.

Auch abgesehen von den Burmesen selbst ist die ehemalige Hauptstadt Yangong (englisch Rangoon) mit so vielen Sehenswürdigkeiten ausgestattet, dass es von uns eine absolute Reiseempfehlung gibt. Die Swedagon Pagode, das bekannteste und eindrucksvollste Touristenziel in der Stadt, ist mit 9 Tonnen Gold ummantelt und hat zirka die Größe des Eifelturms in Paris. Die Anlage liegt auf einem Hügel und überragt mit seiner Größe alle umliegenden Gebäude. Auf der Anhöhe rund um die Pagode sind weitere ähnlich eindrucksvolle Tempel verteilt, die verschiedenen religiösen Zwecken dienen z.B. ein Schrein für alle Montags geborenen. Es gibt vier Eingänge, die über lange und ebenfalls Prunkvoll gestaltete Treppen, Zugang zu der Anlage bieten.

Yangon Swedagon Pagode

Noch Eindrucksvoller ist die Tempelanlage bei Dunkelheit.

DSC03873 In der Anlage selbst haben wir das Glück gehabt mit einem Mönch ins Gespräch zu kommen. Anfangs wollte ich einfache Wörter wie „Hallo“, „Danke“, „Ja“, usw. lernen. Irgendwann ging es dann weiter zu Buddhas Lehre. Wenn sich für mich irgendeine Religion als logisch erweist, dann diese. Der Grundsatz ist relativ einfach und besagt, dass man in seinem Leben gutes Karma für seine Seele sammeln sollte (nicht muss), sonst gibt es eine entsprechende schlechte Rekation durch das Leben z.B klaust du, wirst du beklaut. Es steht auf jedenfall auf meiner ToDo Liste mehr darüber zu erfahren.

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Gut Buddhas Füße sollen so groß wie ich gewesen sein… Ohne Kitsch geht wohl keine Religion :P

Heute habe ich mir die Tageszeitung Myanmar Times gekauft die einen Mönch Zitiert: „Human rights less important than ‚nationalism‘“. Dabei geht es um ein neues Gesetz, dass es Buddhisten erlauben soll sich mit anderen Religionen zu verheiraten…

Eine weitere Information an die ich mich erinnere ist, dass das Essen in Myanmar nicht sooo gut sein soll. Gut die Straßenstände haben nicht das selbe Flair wie die in Thailand, aber das Essen finden wir echt super!