Salamina

Das letzte Ziel unserer Kolumbienreise sollte das Andenhochland die Hauptanbauregion von Kaffee in Kolumbien sein. Auf der Suche nach einem abgelegenen ruhigen Örtchen haben wir uns wieder einmal der Seite www.airbnb.com bedient. Nett finde ich an der Seite, dass ich über Google Maps eine Region nach Unterkünft „absuchen“ kann. Auf diese Weise habe ich recht schnell Salamina und die „Finca Alto Bonito“ gefunden. Airbnb ist zwar nicht wirklich günstig, aber bisher hatten wir immer so viel Glück (LA und Chiang Mai) mit unseren Vermieten, dass wir es nochmal wagen und zwei Tage buchen.Salamina Central ParqueSalamina ist von Medellin ca. fünf Stunden entfernt, obwohl es nur 120 KM sind. Das lag vor allem an den zurückzulegenden Höhenmetern und der nicht asphaltierten Straße. Wir nahmen den Bus schon um 7 Uhr am Morgen und hatten dann noch den ganzen Tag für uns.Salamina BusAngekommen in Salamina gehen wir erstmal ins Resturant, es gibt das typische Immermenü, also Frühstück, Mittag und Abendessen, bestehend aus „Vorspeisensuppe“ (XXXL), Hauptgericht mit Reis, Bohnen und Fleisch und dazu eine Limonade. Das ganze kostet immer 10.000 (ca. 3,50). Eigentlich ein super essen und meistens habe ich da richtig Lust drauf. Aber nach dieser Mahlzeit haben wir einstimmig genug von dem ewigselben… Wir wollen die nächsten Tage selbst kochen… :-)

Angekommen in der Finca muss man sagen… 1a Stil und bomben Aussicht. Die Herausgeber der Zeitschriften wie „Landhaus“ oder „Landzeit“ würden hier die Erfüllung ihrer tiefsten Träume erleben :-)Finca Alto Bonito Salamina Finca Alto Bonito Salamina Finca Alto Bonito SalaminaEinzig negativ ist, dass der ungewöhnlich starke Wind der letzten Tage sowohl die Strom- als auch die Wasserversorgung lahmgelegt haben. Aber ein Landhaus mit Kerzenbeleuchtung… gibt es etwas besseres? ;-)

Unseren ersten Tag verbringen wir mit Spanisch lernen, in der Hängematte baumeln und lesen, sonst unternehmen wir eine kleine Wanderung, gehen mit Martin (der Besitzer der Finca) auf den Markt einkaufen, am Abend wird zusammen gekocht und Uno gespielt. In den Tagen sprechen und üben wir viel Spanisch , es werden alle unbekannten Vokabeln notiert und gelernt.DSC03715Wir wurden von Martin auch so richtig in die Kaffeekultur in Kolumbien eingeführt. Es gibt immer mal kleine Läden, die Resturants sehr ähneln, aber ausschließlich Kaffee verkaufen. DSC03748 DSC03742Salamina ist wieder extrem ursprünglich, es wurden keine freilaufenden Gringos gesichtet – außer uns natürlich – und die Landschaft herum ist grandios. Leider ist es wieder nur die Zeit die drängt, denn Lisas Freundin fliegt in wenigen Tagen „bereits“ nach Hause und wir haben ebenfalls unseren Flug gebucht. Um in den letzten Tagen nicht noch in unnötige Hektik zu verfallen entscheiden wir uns noch die bekannten Ziele in der Kaffeezone zu streichen und bleiben eine weitere Nacht in Salamina.

SalaminaKolumbien hat viel zu bieten, aber das abgeschlagene Salamina würden wir zu unseren Lieblingszielen zählen.

Manizales und Bogota

Es bleiben uns nur noch zwei Tage, bevor unsere drei Wochen in Kolumbien vorüber sind und wir haben noch ein ganzes Stück an Strecke zurückzulegen. Unser Flug legt schon bald in der Hauptstadt Bogota ab. Von Salamina machen wir uns mit dem Bus auf nach Manizales (3 Stunden), der nächsten größeren Stadt in der Region. DSC03786Wir starten unseren Aufenthalt mit dem ganzen Stolz der Kolumbianer, den wir bisher eiskalt ignorierten. Leider habe ich den Name vergessen – irgendwas mit (Plato de Paisa)?! Jedenfalls wird dieses Gericht von fast jedem Kolumbianer empfohlen. DSC03761Es sieht nicht nur wegen der Perspektive so aus, also wäre der Teller riesig – er ist riesig! Huhn, Schwein, Rind, Wurst, Bauchfleisch, Ei, Avocado, Reis, Bohnen, Salat, XXL Suppe, eine süße Limo und Nachtisch für teure 6,50€… :-)

Abgesehen vom kulinarischen ist Manizales ganz nett in einem Tal gelegen, umringt von Bergen. Wir erkunden den alten Stadtkern und besichtigen die berühmte Kathedrale die erst 1939 gebaut wurde. Bei genauer Betrachtung etwas viel nackter Beton, aber sonst haben die Bauer keine Mühegescheut.DSC03775Gerade die Fenster sind sehr gelungen.DSC03774Eigentlich wollten wir einen in der Nähe gelegenen Nationalpark (Reserva Ecologica Rio Blanco) besuchen, aber dieser war geschlossen, weil Wochenende war… Klar oder? :-)

Lisa und Mailin meinten sich in der Zeit mit einer Fahrradtour durch die Kaffeeberge zu beschäftigen. Zum Glück habe ich mich dagegen entschieden, als Lisa nach 6 Stunden mit vor schwäche zitternden Knien, in den Aufenthaltsraum des Hostels watschelt, berichtet sie eher von Qual als Spaß. Sie deutet mit den Händen an, dass es 6 Stunden mit 90° Steigung ;-) auf und ab ging. Vorgestellt haben die zwei sich eher mehr Kaffee zu probieren, als nur zu radeln. Leider gab es auf dem gesamten Weg nicht mal einen Kaffee…. :-) DSC03791 DSC03792 DSC03796Am Abend nehmen wir den Nachtbus nach Bogota. Die Reise war aber alles andere als entspannend. Ganz hinten und im zweiten Stock des Buses wird man extrem im Sitz hin und her geworfen dazu kamen noch extreme Höhenmeter die uns zum Aufwachen brachten und Lisa heftige Ohrenschmerzen bescherten – geschlafen haben wir nicht viel. Am Morgen kommen wir geschafft an und legen uns erstmal richtig schlafen. Heute ist Montag und nationaler Feiertag. Es ist kein Mensch auf der Straße, dazu ist das Wetter extrem trist und kalt. Der erste Eindruck ist meist der ausschlaggebende, wie einem der Ort gefällt. Hier stehen die Karten gerade überhaupt nicht gut… :-)

Nachdem ich ausgeschlafen hatte und die Zwei schon Frühstücken waren, machen wir uns auf zum letzten gemeinsamen Spaziergang mit Mailin. Ich hatte ja schon mal geschrieben, dass man einen Ort nach der Menge an Fotos die wir schießen messen kann…. :-) DSC03801Nur den wackelnden Marshmallow-Süßigkeiten-Stand wollte Lisa unbedingt ablichten… Aber leider sieht man nicht wie er wackelt ;-)

Lima

Nun geht unsere Reise wieder alleine weiter. Wir nehmen einen Flug von Bogota nach Lima, die Hauptstadt Perus. Man könnte auch sagen, vom Regen in die Traufe. Von einer Großstadt in die Nächste.

Aber ein schönes Erlebnis haben wir trotzdem zu berichten. Wir stehen am Flughafen in der Schlange für den Check in, als sich der selbe Mann, aber diesmal mit Frau und Kind hinter uns einreiht, der uns in Medellin den Anfang so erleichtert und versüßt hat in dem er uns die Bahnstation gezeigt und das Ticket gekauft hat. Wir halten ein nettes Schwätzchen, so gut es auf Spanisch geht, und sind alle von dem Zufall erfreut. Gemeinsam geht es in den Flieger. Alle guten Dinge sind drei…werden wir uns ein weiteres Mal über den Weg laufen?

Lima ist ein weiterer Ausschnitt Nord Amerikas, mit seinen unzähligen Fastfood Ketten und breiten Straßen. Da es für uns nur ein „Startpunkt“ ist, geben wir uns auch nicht besonders viel Mühe schöne Flecken aus findig zu machen. Einen Tag schlenderten wir etwas durch die Straßen und saßen in Caffes und am anderen ließen wir uns mit dem Taxi in das „Hippe Viertel“ Miraflores fahren. Außer, dass wir in einem Schokoladen Museum waren und uns ein weiteres Mal zeigen ließen, wie man Schokolade herstellt, gibt es auch nicht zu erzählen. Unser nächster Ort liegt weiter im Norden und nennt sich Caraz. Um 22 Uhr nehmen wir den Nachtbus (8St) mit der Reisegesellschaft Cruz del Sur, sie ist nicht die billigste aber empfehlenswert.

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Caraz

Caraz, ein kleines Städtchen im Nordwesten von Peru. Gelegen auf 2300 Meter und umrundet von den Anden. Hier haben wir für die nächsten vier Tage eine Wohnung auf einer Ökofarm (Apu Ökologe) gebucht.  Mit einem TuckTuck lassen wir uns zu unserer neuen Bleibe bringen. Das Tor öffnet sich und ich traue meinen Augen nicht.

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Schneebedeckte 6000er im Hintergrund

In dem bisher trocken und trist anmutende Peru versteckt sich hinter einer kleinen Mauern eine Oase, mit einer riesigen Grünfläche darauf hübsch verteilt, verschieden gestaltete Häuser und einem kleinen Teich. Auf der Farm wird Obst und Gemüse angebaut, welches zum Teil nach Deutschland importiert wird – vorallem Blaubeeren. Bevor wir unsere Wohnung beziehen, werden wir in ein Beet geführt und dürfen Himbeeren kosten.

Als „Haustiere“ gibt es 2 Scharfe, 3 Hunde, vielleicht 10 Hühner mit zuckersüßen Küken, um die 20 Mehrschweinchen und ein paar Gänse. Alle laufen auf dem riesen Grundstück vergnügt umher ausgenommen die Mehrschweinchen, die haben nicht das Glück von all den anderen Tieren und müssen leider im Stall bleiben und kommen wahrscheinlich auch als erstes in den Topf. In Peru ist Mehrschweinchen eine Leibspeise.

Um auf den lokalen Markt zu kommen, um uns fürs Frühstück und Abendessen einzudecken, nehmen wir ein Tucktuck für 2 Soles (80 Cent). Auf dem Markt gibt es Lebensmittel, die wir schon lang nicht mehr auf Märkten gesehen haben. Käse, Honig und sogar Brötchen, aber wir entdecken auch eine Frucht die wir sonst noch nicht gesehen haben. Sie erinnert uns vom Geschmack her an Hubabuba Kaugummis.

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In Peru wird sich wieder hübsch traditionell gekleidet. Man achte auf die Hüte!
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Alle Fotos werden heimlich geschossen. Die Peruaner hier sind sehr fotoscheu
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Hygiene? Davon muss man uns nichts mehr erzählen… :-) Aber das Bild gefällt mir sehr.
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Ein Kükenteppich

Auf der Suche nach einem Taxi, werden wir angesprochen. Wir drehen uns um, und wer steht hinter uns? Der selbe Mann, den wir jetzt schon in Medellin und am Flughafen in Bogota getroffen haben. Er erzählt uns, dass er hier zum Arbeiten ist und fragt ob wir nicht was mit ihm essen gehen wollen. Natürlich wollen wir! Im Restaurant sitzt seine Frau mit Baby und ist total verblüfft als wir hinein spazieren. Gemeinsam amüsieren wir uns über diese Zufälle und quatschen etwas über Gott und die Welt. Nach dem leckeren Mittagessen verabschieden wir uns mit den Worten, haste luego (bis bald) :-)

Voll gepackt mit unserem Einkauf, machen wir uns auf den Rückweg.

Die Farm gehört einer Familie, die mit auf dem Grundstück lebt und es sind noch 3 andere Gäste mit uns da. Wir verbringen den restlichen Tag in den Liegestühlen vor unserem Häuschen und genießen die spektakuläre Aussicht.

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Am nächsten Morgen fahren wir mit unserem Gastgeber und 2 anderen Gästen zu der Laguna Paron. Obwohl wir in einem 4-Rad-Antrieb sitzen und einen wirklich guten Fahrer haben, ist es eine ganz schöne Tour bis wir bei 4200 Metern ankommen. Wir spüren alle die Höhe beim Laufen und müssen wirklich langsam machen, aber die Aussicht ist grandios. Hier oben pfeift ein ganz schön kalter Wind und Patrick ist dafür etwas zu dünn angezogen.

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Laguna Paron
Der Berg soll das Vorbild für das Paramount Logo gewesen sein.

Nach etwa 5 Stunden sind wir wieder zurück auf unserer schönen Farm und wärmen uns erstmal in der Sonne auf. Abends machen wir alle gemeinsam Pizza und haben sogar einen Steinofen zum Backen.

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Mit unserer hervorragenden Pizzasauße und frischen Kräutern!!

Die nächsten Tage verbringen wir ganz gemütlich, ich bin nicht ganz fit aber dass könnte an der Höhe liegen.

Nach 4 wirklich schönen Tagen machen wir uns mit einem Collectivo (kleine Minivan), für 6 Soles ( 2 Euro) in die nächst größere Stadt Huaraz, die noch höher liegt, auf 3100 Metern.