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Bagan

Um nach Bagan zu kommen entschieden wir uns für den Nachtbus. (Eine Hotelübernachtung gespart)

Die Fahrt ging abends um acht los; unser Plan war durch zu schlafen und erst wieder auf zu wachen wenn wir morgens in Bagan ankommen.

Pustekuchen….auch ähnlich wie in Sri Lanka gehört es hier einfach zum Busfahrern dazu, dass man einen Film schaut und die Lautstärke wie im Kino aufdreht – an einschlafen ist da nicht zu denken. Naja, dann unterhält man sich halt mit den Sitznachbarn und so haben wir Nicki und Malte kennengelernt – die einzigen Europäer außer uns im Bus sind Deutsche und sitzen auch noch in der gleichen Reihe.

So, nach dem Film ging es dann weiter mit lauter Musik, wenn man es trotzdem dabei geschafft hat einzuschlafen wurde man spätestens bei der nächsten Raststätte geweckt – alle 3 Stunden Stopp.

Einmal wurden Zahnbürsten, kleine Zahnpasten und Waschlappen verteilt…super cool!!

Morgens um 5 Uhr kamen wir dann total verknautscht in der Nähe von Bagan an….Ab ins Hotel und erstmal ausschlafen.

Bagan selbst wurde 1990 von der Regierung für den Tourismus aufgelöst und alle Einwohner der Stadt wurden nach Neu-Bagan und Nyaung U umgesiedelt. Wir haben uns für ein Hotel in Nyaung U entschieden.

Frisch ausgeschlagen ging es mit unseren Leihfahrrädern durch eine wunderschöne Allee in Richtung Alt Bagan. Als Patrick und ich bei einer Pagode anhielten konnte man diese besteigen. Oben angekommen konnten wir unseren Augen nicht trauen, welch ein spektakulärer Ausblick.

Bagan Panorama

Und wen sehen wir da auf die Pagode zufahren, auf der wir grade sitzen? Nicki und Malte…. Ab dann ging es zu 4 weiter.

Den Restlichen Tag, verbrachten wir damit von einer zu andern Pagode zu radeln, sie anzuschauen und vor allem zu checken ob man hochsteigen kann und wenn ja, waren wir immer wieder von neuem verblüfft von der fabelhaften Aussicht.

Die Beschäftigung für den nächsten Tag ??

Natürlich genau dasselbe!! ;-)

Abends bei Sonnenuntergang, wenn sich der Himmel rot färbt, ist es noch mal ein echtes Erlebnis Bagan mit seinen 4000 Pagoden zu bestaunen. Bis jetzt war es immer etwas bewölkt, aber wir haben heute Abend noch eine Chance bevor es morgen weiter nach Mandalay geht…

 

Obwohl wir immer noch am Anfang unserer Reise sind wird Bagan mit Sicherheit eines der Highlights bleiben, die man nicht vergisst. Die Schönheit der Umgebung ist schwer zu beschreiben, weshalb wir diesmal extra viele Bilder sprechen lassen.

Hispaw

Um 7:30 Uhr sitzen Patrick und ich am Bahnsteig um den Zug Richtung Hispaw gegen 8 Uhr zu nehmen. Ich sollte erwähnen, dass wir von jungen Einheimischen dringlichst davon abgeraten bekommen haben Zug zu fahren. Das klang ungefähr so: „I would neeever ever tack the train in Myanmar, neeever!!“ haha

Nun da saßen wir aber jetzt, durch einen freundlichen Hinweis erfuhren wir, dass unser Zug „leicht“ Verspätung hat und dass man die Tickets erst kurz bevor der Zug einfährt erwerben kann. Soweit so gut.

Knappe zwei Stunden später werden wir aufgefordert unsere Tickets zu kaufen, alle die den gleichen Zug wie wir nehmen wollten strömten zu dem Ticketschalter. Dort wurde mit einer unglaublichen Gemütsruhe jeder einzelne Personalausweis begutachtet und dann bekam man Sitzplätze zugeteilt. Ich dachte, oh man mach doch mal hin es fährt hier nur ein Zug pro Tag nach Hispaw, wir müssen den bekommen! Warum das alles erst ganz knapp bevor der Zug einfährt passiert, haben wir nicht herausbekommen aber im Nachhinein war es witzig das Prozedere mitzuerleben und den Zug haben wir auch noch ohne Probleme bekommen.

Die nächsten sieben Stunden tuckerten wir durch wunderschöne Landschaften, fuhren über eine absolut beeindruckende Brücke, sahen kleine Dörfer und aßen super Leckere Nudeln aus Plastiktüten mit Stäbchen, bisschen schwierig wenn man trotz sehr langsamer Geschwindigkeit hin und her hüpft ;-) „Nudels everywhere“

Nudeln aus Plastiktüte

Nach insgesamt neun Stunden kommen wir in unserem einfachen aber super netten Guesthouse Lilly The Home an, unsere Unterkunft für die nächsten Tage.

Da es in Hispaw viele verschiedene Dinge zu erkunden gibt und diese in alle Himmelsrichtungen verteilt sind entschieden wir uns einen Roller zu mieten. Los ging es Richtung kleine Shandörfer die wir pünktlich zum Schulschuss der Kinder dort erreichten.

Schulkinder

Über Stock und Stein ging es weiter zu einem spektakulären Wasserfall, zu dem man sich 45 Minuten durch Reis- und Maisfeldern den Weg suchen musste. Oben angekommen war es herrlich nach so einer schweißtreibenden Tour, in dem kühlen Nass baden zu können.

Wasserfall

Unser Hunger trieb uns von diesem einsamen und schönen Ort weg und so landeten wir bei Mis. Popcorn im Garten.(Empfehlung Reiseführer)

Die Fruchtshakes und auch das frisch zubereitete Essen von ihr sind ein echter Gaumenschmaus. Mhhh..hier werden wir auf jeden Fall noch mal einkehren.

Chickchickencurry, Gemüse und Reis

Chicken Curry, Gemüse und Reis

Platt von den vielen wundervollen Eindrücken und mit angenehm vollen Bauch fielen wir gegen 21 Uhr ins Bett.

Für die nächsten zwei Tage haben wir eine Trekking Tour gebucht. Morgen geht es um 8 Uhr los.

 

 

 

Ein Kochkurs der ganz besonderen Art

Morgens um 9 Uhr wartete ich an dem ausgemachten Treffpunkt auf Lesly dem Koch und wie ich danach erfuhr auf ein Journalistenpärchen (Engländer und Französin) die seit mehreren Jahren in Myanmar leben, die sich auch für den Kochkurs angemeldet hatten. Gemeinsam wurde kurz besprochen was wir gerne kochen wollen. Zu meiner Freude haben wir uns auf Shan-Nudelsuppe, Inle-Tomatensalat, Tofu-Salat, Teeblätter-Salat, ein Fischgericht und Rindercurry geeinigt. Da dachte ich das erste Mal: „Das wird mal ein Menü!“

Jetzt ging es gemeinsam auf den lokalen Markt. Normalerweise bin ich auf den Märkten immer so überwältigt von Gerüchen, Geräuschen und dem wilden Treiben, dass ich gar nicht so viel wahrnehme.

Inle See Kochkurs Markt

Dieses Mal war es anders, Lesly blieb an jedem Stand, an dem es eine Zutat für unsere Gerichte gab, stehen und erklärte uns ausführlich was dieser Stand im Angebot hat und was man damit kocht.

Lokaler Markt

Nach dem unser Einkaufskorb randvoll und es mittlerweile Vormittag war ging es mit einer Pferdekutsche zu dem Haus von Lesly und Sue und ihren 6 Kindern.

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Dort stand Sue mit Kochschürze in ihrem liebevoll eingerichteten Garten und wartete schon auf uns.

Gekocht wurde an 4 Feuerstellen, die schon rot glühten als wir ankamen.

Ab jetzt hieß es Händewaschen, schnippeln, genau zuschauen, nach machen, mit den Händen vermischen, probieren, nach würzen und staunen.

Kochstelle

Wir bereiteten jedes Gericht gemeinsam vor und dann hatte jeder von uns Lehrlingen einen Topf auf den er besonders achtgab. Nach 1 ½ Stunden waren alle Gerichte fertig und wurden von Lesly persönlich hübsch auf Teller angerichtet. Da war spähtesten das zweite Mal das ich dachte: „Was ein Menü!“

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Patrick war beim Kochkurs nicht dabei, weil es ihm an diesem Tag nicht gut ging. Er wurde aber trotzdem von Sue im Hotel angerufen und zur „Gesund-mach-Suppe“ eingeladen. Da kann man ja nicht nein sagen. Zu unsere totalen Verblüffung wurden wir dann auch noch zum Abendessen eingeladen, das Patrick nur „GUTES seinem Körper zuführt!!“, so Sue. Auch diese unglaubliche Gastfreundschaft nahmen wir dankend an.

Da haben wir eine wirklich tolle Familie kennengelernt.

Alles was wir gekocht haben war unglaublich lecker und es hat einen riesen Spaß gemacht…wer jetzt auch auf das ein oder andere Gericht Lust bekommen hat…Wir haben alle Rezepte parat ;-)

Danke Sue für einen wunderschönen Tag und danke Lesly für deine unglaubliche Geduld mit uns. ;-)

Bamboo Delight Menü zum nach Kochen

Inle See

Mittlerweile sind wir schon sechs Tage am Inlee See und haben uns in einem schönen kleinen Hotel mit Pool niedergelassen. Wir zahlen 28 Dollar und das passt gut in unser Budget… Wir dachten eigentlich, dass Myanmar um einiges teurer wird, aber das hat sich anscheinend in den letzten zwei Jahren schlagartig geändert. Uns wurde erzählt, dass es regelmäßig vorkam, dass die Gäste im Kloster übernachten mussten, weil einfach kein Platz mehr war. Und jetzt sprießen hier aus allen Ecken große Hotels, die natürlich den Preis drücken. Ob das rentabel ist?

Princess Garden Inle See
Unser Hotel am Inle See

Uns gefällt es hier aber immer noch super gut und es sind gerade recht wenige Touristen unterwegs. Die Stadt ist vor allem voll mit Burmesen, da hier zufällig eines der größten Prozessionen des Jahres stattfindet. Dabei werden die Buddhafiguren aus der größten Pagode auf dem See von Dorf zu Dorf transportiert. Das ist recht interessant, weil sie dafür 22 Bote (wenn ich richtig gezählt habe) benutzen die mit teilweise 100 Leuten besetzt sind, welche auf traditionelle Weise mit einem Bein rudern.

Einbein Ruderer Inle See

Der See selbst ist ja hier die totale Attraktion, weil die Menschen immer noch wie ursprünglich auf dem See leben, mit Häusern die auf Stelzen stehen. Wenn man eine Dokumentation über Myanmar sieht, ist der Inle See ja immer Thema Nummer eins. Wir haben vorher vermutet, dass das ganze schon sehr auf Touris ausgelegt ist und so ist es leider auch.

Wir haben uns bewusst im Voraus für eine Bootstour entschieden die weiter flussabwärts führt, was etwas teurer war. Schon um 5 Uhr morgens wurden wir von unserem Guide am Hotel abgeholt, um rechtzeitig auf dem See zu sein, wenn die Prozession beginnt. Auf die Idee kamen noch andere :-)

Inle See

Interessant fanden wir aber vor allem den zweiten Teil unserer Tour über den See, denn dabei konnten wir einen Einblick in die ungewöhnliche Lebensweise der Menschen hier bekommen. Auf dem See gab es anfangs natürliche Schwimmende Inseln aus Pflanzen, welche von den Anwohnern seit Jahrhunderten zu Gärten umfunktioniert wurden. Es haben sich im Laufe der Zeit immer weitere kleine Dörfer gebildet, die eigenen Handwerken nachgehen. So gibt es zum Beispiel ein Fischer Dorf, ein Weber Dorf, ein Nudel Dorf, … Ich habe vorher erwartet, dass das Leben auf dem See nur noch Touristen-Schauspiel ist. Aber keinesfalls. Die Menschen dort Leben immer noch im ursprünglichen Stil. Unser Guide hat in einem Dorf einen riesen Sack Nudeln gekauft, um diese während des buddhistischen Festes hier zu verschenken – das gehört sich so ;-).

Inle See
Nudeln trocknen auf dem See

Der dritte Teil unserer Tour führte uns dann doch zu den ganzen Souvenirshops, das hat dem ganzen schönen Tag am Ende noch einen Dämpfer gegeben. Vor allem die Frauen mit schweren Goldringen, vom Dekolleté bis hoch zum Kin, die in einer Ecke des Raumes sitzen und nur noch darauf warten, dass ein Foto mit ihnen gemacht wird… Da fühlt man sich wie im Menschen Zoo… Es kommt vor allem Mitleid auf und wir würden niemals ein Foto davon machen um das Theater noch zu fördern.

Ein Dorf wo diese Kultur noch wirklich gelebt wird, würden wir wiederum besuchen. 250 Frauen in Myanmar tragen diesen sonderbaren Schmuck auch heute noch.

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Der nächste Tag ist so typisch für uns, dass man es auch noch erwähnen muss. Leute in unserem Hotel haben erwähnt, dass es sich lohnt mit dem Fahrrad „um den See“ zu fahren. Wir haben uns direkt Fahrräder ausgeliehen und sind los. Nach drei Stunden haben wir immer noch keinen See gesehen, nur Straße und Felder. Alles wieder zurück fahren wäre richtig scheiße gewesen, also ab den Feldweg entlang

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Nach zwanzig Minuten Feldweg sagt uns ein Farmer, dass es hier nicht lang geht. Zum mindestens haben wir ihn so verstanden… Mit Händen und Füßen konnten wir ihm erklären, dass wir ein Boot brauchen zum zurück fahren. Das hat auch geklappt und hat unseren Trip letztlich wieder interessant macht.

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Nach unserer Tour saßen wir im Straßencafe und beobachteten wie eine Gruppe von Touristen ihre Fahrräder ausführlich testeten bevor sie los fahren – unsere Bikes waren wieder die Katastrophe. Währenddessen haben wir im Reiseführer gelesen was man mit dem Fahrrad hätte alles machen können. Die andere See Seite wäre z.B. viel sinnvoller gewesen. Wir sind immer so planlos….! :-) Aus Spaß haben wir gesagt, dass wir uns Freunde suchen müssen die für uns Planen (wie in Sri Lanka :-P).