Inle See

Mittlerweile sind wir schon sechs Tage am Inlee See und haben uns in einem schönen kleinen Hotel mit Pool niedergelassen. Wir zahlen 28 Dollar und das passt gut in unser Budget… Wir dachten eigentlich, dass Myanmar um einiges teurer wird, aber das hat sich anscheinend in den letzten zwei Jahren schlagartig geändert. Uns wurde erzählt, dass es regelmäßig vorkam, dass die Gäste im Kloster übernachten mussten, weil einfach kein Platz mehr war. Und jetzt sprießen hier aus allen Ecken große Hotels, die natürlich den Preis drücken. Ob das rentabel ist?

Princess Garden Inle See
Unser Hotel am Inle See

Uns gefällt es hier aber immer noch super gut und es sind gerade recht wenige Touristen unterwegs. Die Stadt ist vor allem voll mit Burmesen, da hier zufällig eines der größten Prozessionen des Jahres stattfindet. Dabei werden die Buddhafiguren aus der größten Pagode auf dem See von Dorf zu Dorf transportiert. Das ist recht interessant, weil sie dafür 22 Bote (wenn ich richtig gezählt habe) benutzen die mit teilweise 100 Leuten besetzt sind, welche auf traditionelle Weise mit einem Bein rudern.

Einbein Ruderer Inle See

Der See selbst ist ja hier die totale Attraktion, weil die Menschen immer noch wie ursprünglich auf dem See leben, mit Häusern die auf Stelzen stehen. Wenn man eine Dokumentation über Myanmar sieht, ist der Inle See ja immer Thema Nummer eins. Wir haben vorher vermutet, dass das ganze schon sehr auf Touris ausgelegt ist und so ist es leider auch.

Wir haben uns bewusst im Voraus für eine Bootstour entschieden die weiter flussabwärts führt, was etwas teurer war. Schon um 5 Uhr morgens wurden wir von unserem Guide am Hotel abgeholt, um rechtzeitig auf dem See zu sein, wenn die Prozession beginnt. Auf die Idee kamen noch andere :-)

Inle See

Interessant fanden wir aber vor allem den zweiten Teil unserer Tour über den See, denn dabei konnten wir einen Einblick in die ungewöhnliche Lebensweise der Menschen hier bekommen. Auf dem See gab es anfangs natürliche Schwimmende Inseln aus Pflanzen, welche von den Anwohnern seit Jahrhunderten zu Gärten umfunktioniert wurden. Es haben sich im Laufe der Zeit immer weitere kleine Dörfer gebildet, die eigenen Handwerken nachgehen. So gibt es zum Beispiel ein Fischer Dorf, ein Weber Dorf, ein Nudel Dorf, … Ich habe vorher erwartet, dass das Leben auf dem See nur noch Touristen-Schauspiel ist. Aber keinesfalls. Die Menschen dort Leben immer noch im ursprünglichen Stil. Unser Guide hat in einem Dorf einen riesen Sack Nudeln gekauft, um diese während des buddhistischen Festes hier zu verschenken – das gehört sich so ;-).

Inle See
Nudeln trocknen auf dem See

Der dritte Teil unserer Tour führte uns dann doch zu den ganzen Souvenirshops, das hat dem ganzen schönen Tag am Ende noch einen Dämpfer gegeben. Vor allem die Frauen mit schweren Goldringen, vom Dekolleté bis hoch zum Kin, die in einer Ecke des Raumes sitzen und nur noch darauf warten, dass ein Foto mit ihnen gemacht wird… Da fühlt man sich wie im Menschen Zoo… Es kommt vor allem Mitleid auf und wir würden niemals ein Foto davon machen um das Theater noch zu fördern.

Ein Dorf wo diese Kultur noch wirklich gelebt wird, würden wir wiederum besuchen. 250 Frauen in Myanmar tragen diesen sonderbaren Schmuck auch heute noch.

DSC04424

Der nächste Tag ist so typisch für uns, dass man es auch noch erwähnen muss. Leute in unserem Hotel haben erwähnt, dass es sich lohnt mit dem Fahrrad „um den See“ zu fahren. Wir haben uns direkt Fahrräder ausgeliehen und sind los. Nach drei Stunden haben wir immer noch keinen See gesehen, nur Straße und Felder. Alles wieder zurück fahren wäre richtig scheiße gewesen, also ab den Feldweg entlang

DSC04387

Nach zwanzig Minuten Feldweg sagt uns ein Farmer, dass es hier nicht lang geht. Zum mindestens haben wir ihn so verstanden… Mit Händen und Füßen konnten wir ihm erklären, dass wir ein Boot brauchen zum zurück fahren. Das hat auch geklappt und hat unseren Trip letztlich wieder interessant macht.

DSC04389

Nach unserer Tour saßen wir im Straßencafe und beobachteten wie eine Gruppe von Touristen ihre Fahrräder ausführlich testeten bevor sie los fahren – unsere Bikes waren wieder die Katastrophe. Währenddessen haben wir im Reiseführer gelesen was man mit dem Fahrrad hätte alles machen können. Die andere See Seite wäre z.B. viel sinnvoller gewesen. Wir sind immer so planlos….! :-) Aus Spaß haben wir gesagt, dass wir uns Freunde suchen müssen die für uns Planen (wie in Sri Lanka :-P).

4 Gedanken zu „Inle See“

  1. Hey ihr beiden, was ist das frittiere da …? Sieht aus wie Hühnerköpfe oder so was.

    Ansonsten sind es wirklich wieder sehr schöne Bilder.

    Alles Liebe

    Manu und Thomas

    1. Ja wenn es nicht gerade Hühnerkopf gibt dann auch mal Schweinenase oder diverse Innereien :-)

      Schaut aus wie Gummi ist aber echt! :-)

      Grüße zurück

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.