Zweiter Teil Nordinsel

Unser nächster Stopp führte uns nach Rotorua. Dass die Stadt auf vulkanisch aktiven Boden gebaut ist, konnte man sehr schnell feststellen, auch ohne den Reiseführer studieren zu müssen. Überall in der Stadt stank es übel nach Schwefelausdünstungen (faule Eier). Wohnen kann man sich hier kaum vorstellen. Der Geruch ist wirklich krass. Wir hatten aber einen Campingplatz, wie es sich bisher bewährt hat, außerhalb der Stadt direkt in einem nahegelegenen National Park angepeilt und lagen damit wieder ganz richtig. Der Platz war nicht übermäßig schön, aber der Bergsee! Für uns hieß es gleich ab ins kalte aber kristallklare Wasser.DSC09546Am nächsten Morgen, weil wir leider etwas in Eile sind :-X, standen wir ganz früh auf, um schon ab 7 Uhr zwei Stunden um den See zu laufen.

Danach hatten wir uns eher ausversehen in den Redwood Forest verirrt, aber das hat sich total gelohnt. Riesige Nadelbäume wachsen hier… DSC09565 DSC09559 DSC09552Und der kurze Wanderweg durch den Wald führt noch an einen kleinen Tümpel, der mit seinen Farben überrascht. An dem Foto ist nichts Fake!DSC09561Unser eigentliches Ziel war die erste richtige Touristenattraktion in Neuseeland, was wie immer bedeutet: Zahlen. Für 45$ sollten wir heilige Maori Quellen zu sehen bekommen. Ein wenig Kultur, war der Plan. Dieter‘s Frau Schmitt (Navigationssystem) hat uns aber erstmal in die Irre geführt, wie so oft in diesem Urlaub, und brachte uns zu dem nächsten kurzen Rundgang um: heiße Quellen .DSC09568Oder MatschlöscherDSC09575Aber die Tickets für unsere Maori Quellen waren ja schon bezahlt. Und vor Ort wurden wir natürlich ziemlich enttäuscht. Es gab genau das gleiche zu sehen wie zuvor. Nur ein Geysir hat ca. 15 Meter hoch Wasser aus der Erde geschossen. Wie eigentlich _immer_ sind kommerze Attraktionen für die Tonne. Bis auf ein paar lustlose Azubi’s die traditionelle Maori Schnitzarbeiten anfertigten, gab es kulturell wirklich nichts zu sehen. Ach da waren noch zwei Kiwi’s („Nationaltier“) die wir wohl sonst nicht zu Gesicht bekommen hätten, weil sie nachtaktiv sind. Ganz interessant, aber ein deutsches Paar hat uns verraten, dass es wirklich selten ist die Tiere hier wirklich sehen zu können. Glück gehabt, also gab es Kiwi’s für 45$ p.P. ;-)DSC09581 DSC09570Für den nächsten Tag hatten wir schon länger unsere erste große Wanderung geplant den „Tongario Crossing“, einer der berühmtesten Wanderwege Neuseelands. Wir sind erst spät am Abend zuvor auf einem Camping Platz in der Nähe der Trecks angekommen und waren erstmal geschockt. Für morgen waren 50 km/h Windgeschwindigkeit und -2° angesagt, aber Wolkenfrei. Wir haben zwar schon viele Wanderungen gemacht, aber so richtig einschätzen was das bedeutet können wir nicht. Eins ist aber klar… Es wird seeeehr kalt. Wir hatten leider keine Zeit besseres Wetter abzuwarten und wussten auch nicht genau wie wir den Treck bestmöglich organisieren. Es sind in eine Richtung 17 Kilometer und ca. 6 Stunden Laufzeit. Das heißt, es muss uns jemand hin fahren und abholen… Dazu haben wir kurzfristig eine Tour gebucht 30€ p.P. für ein Shuttle zum Berg. Uns war direkt klar, dass alleine Laufen besser wäre und am nächsten Morgen hat sich das auch bestätigt. Bestimmt 100 andere sind gleichzeitig den Treck angetreten. Es war andererseits auch interessant anzusehen wie naiv manche oder übervorsichtig wir solche Dinge angehen (je nach Sicht :-). Ein echter Cowboy mit passendem Hut hatte nur ein Tanktop, Shorts und Wanderstiefel… Ein Rucksack mit Wasser brauchen nur Anfänger und es war auch nur MEGA kalt, dass ich mit Jacke + Fließ leicht fror…

Jedenfalls war das Wetter sagenhaft. Keine einzige Wolke.DSC09589 DSC09587Der Weg hoch verlief meist über Treppen und ging für uns relativ schnell. Leider hat Lisa ihre Wanderschuhe angezogen und nicht wie die letzten Monate unsere Sportschuhe. Nach 10 Minuten hatte Sie eine dicke fette Blase. Sonst ging der Aufstieg eigentlich wie von alleine, aber als wir oben über die Bergkuppe traten, stand vor uns eine einzige dicke Wolkenwand.DSC09610Flucht nach vorne, es wird doch hoffentlich aufziehen…. Ging es über eine Mondlandschaft mit vielleicht 50 Metern Sicht.DSC09609Bald kommt der Gipfel an dem können wir warten bis es aufzieht, war der Plan. Aber oben angekommen wurde es erst richtig kalt und der Wind hat geblasen… Wir konnten nicht mal unser Brot essen ohne, dass uns die Finger abgefroren sind. Hier das Gipfelfoto mit Blick auf den Vulkankrater…DSC09616Eine Stunde später konnten wir den Vulkansee „Blue Lake“ wenigstens erahnen.DSC09621 DSC09620Kurz nach dem See ging es Bergab. Ganze 4 Stunden hat das Schild angesagt. Anfangs sind wir Vulkansand runtergeschlittert, das war echt cool. Nur die Mädels vor uns mit Nike Free hatten leichte Probleme… :-P

Der Abstieg war letztlich auch für uns echt lange. Mindestens 10 km und 4 Stunden geht es runter und dabei verändert sich die Landschaft wirklich wenig. Zum Ende hin war einfach die Luft raus. Normalerweise hätte die Aussicht die Strapazen wettgemacht, aber leider hatten wir ja totales Pech mit dem Wetter.

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Aussicht beim Abstieg

Wir können die Wanderung also nicht weiter empfehlen… Wir haben ja nichts gesehen, aber auf google.de finden sich ja Bilder!

Empfehlung von uns: Zeit mitbringen und gutes Wetter abwarten, früh los laufen bevor die Touren starten, aber ganz Wichtig am Anfang starten und enden. Einfach ab Blue Lake alles wieder zurück. Man ist schneller und die Aussicht ist schöner!

Noch dazu waren wir am Ende in 5 ½ Stunden durch und hätten auf unseren Shuttel 2 Stunden warten müssen!! Wir sind zurück getrampt, die 30$ waren verschwendet!

Achja… Am nächsten Tag auf dem Weg nach Wellington unserer letzten Station auf der Nord Insel von Neuseeland… Keine Wolke!!

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3 Gedanken zu „Zweiter Teil Nordinsel“

    1. Habe mich schon gewundert: Kennen wir uns?? Aber ich denke ja nicht, oder??

      Glaube dir, dass der Trek geil war.. Wir hatten leider pech. Interessant zu wissen wer hier noch so mit ließt.

      Viel Spaß bei deiner Reise… Das wird der Hammer ;-)

      Vielleicht lese ich mit, wenn ich wieder in Deutschland bin

  1. Hi,
    ja wir kennen uns nicht ;-)
    Weiß garnicht mehr, wie ich auf euren Blog gestoßen bin. Aber habe ihn regelmäßig verfolgt, weil ich viele von den Ländern in Südostasien besuchen werde, in denen ihr auch gereist seid. Da ist das immer gut als Inspiration ;-)
    Genießt Neuseeland – ich bin dort 7 Monate rumgereist und ich liebe das Land! Wenn ihr noch Tipps braucht, könnt ihr euch gerne melden oder lest zur Inspiration meinen Blog.

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