Semuc Champay

Sonntags fahren wir dann endlich nach Semuc Champey, zum Ende des verlängerten Wochenendes. Wir sind schon echt gespannt was uns hier erwartet, denn Semuc Champay wird in den „Top Listen“ der Welt gehandelt :-)

Von Coban, sind es nur noch zwei Stunden bis nach Lanquin. Zwei Stunden sind für uns schon mehr als ausreichend, trotz der ganzen Zeit die wir schon in Bussen verbracht haben, können wir es immer noch nicht besonders leiden. Aber gut, wir haben Zeit und so halten wir an vielen Orten, die die wenigsten Touristen zu sehen bekommen (Biotopo und Coban z.B.).

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Angekommen in Lanquin werden wir direkt belagert „Seeemuuuucc Champay… Seemuuuucc… Where are u going?? Hotel?? Blablabla“ und das von `nem 14 Jährigen, der sich richtig cool findet in seiner Position. „´Scheee klei Aschloch“ könnte man sagen :-) (So ist es immer, aber nur dann, wenn es touristisch wird)

100 Quetzales nach Semuc wollte er! Das ist definitiv zu viel… wir machen erstmal Mittagspause und versuchen es später nochmal. Der Kleine hat uns direkt wieder gefunden und auf seinen Truck gelotst. Jetzt sind es nur noch 25 Quetzales pro Person, immer noch viel zu viel, wie wir feststellen mussten. Normalerweise würde ich sagen halb so schlimm, aber net bei so einem grrr :-)

Unser Hotel für die nächsten Tage heißt El Portal und damit liegen wir genau richtig. Es ist total schön am Fluss gelegen und als einzige Unterkunft nur wenige Meter entfernt von Semuc Champay.

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Am nächsten Morgen, stehen wir ganz früh auf und laufen zum National Park. Bis jetzt könnte man sich gefragt haben was das eigentlich ist, dieses „Semuc Champay“…. :-)

Wenn ich es richtig verstanden habe, sind es natürliche Wasserbecken, die von einem unterirdischen Fluss gespeist werden. Das heißt, Wasser läuft in die Becken, die Becken laufen voll und bilden damit einen oberirdischen Fluss, der nur sehr langsam fließt und einfach das absolute Schwimmparadies ergibt…. Aha…jetzt aber…lieber Bilder… :-)

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Wir verbringen den ganzen Vormittag in den Becken. Die Sonne scheint. Einfach nur herrlich… Wir haben uns gegen eine geführte Tour entschieden und das war gut so. Die erste Stunde haben wir die Pools für uns ganz alleine und als die ersten Leute kommen, sind sie auch bald wieder weg, weil man mit der Tour wohl ein strammes Programm hat.

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Nach dem Mittagessen in unserem Hostel gehen wir noch mal zu den Pools und siehe da, wir sind wieder alleine. Perfekt! Vor allem wenn man vom Hotelmanager erzählt bekommt, dass es ein Tag vorher total voll war und dazu war es bewölkt und es hat geregnet.

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Den Abend verbringen wir mit Kartenspielen und in Gesellschaft zweier netter Amerikaner.

Für den nächsten Tag ist eine Schokoladen-Tour gebucht, vor allem zu meiner (Lisas) Freude. Wir brauchen eine Stunde, um zu dem Ort zu laufen. Angelangt im Hostel Utopia gibt’s erst mal en leckeren Fruchtsmoothy zur Stärkung. Puhh…wir dachten, wir werden auf halbem Weg abgeholt aber das hat irgendwie nicht geklappt. Wir haben bestimmt 28°. da sind in der prallen Sonne auch 6 KM ziemlich viel…

Begonnen wird die Tour unter Kakaobäumen. Wusstet ihr wie eine Kakaofrucht aussieht?

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Ich wusste es nicht. Und das man, dass äußere der Bohne ablutschen kann wie ein Bonbon war mir auch neu :-) Schmeckt wie eine Mischung aus Litschi, Mango…mhh…bisschen Hubabuba feeling.

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Die Bohnen werden für mehrere Tage zum fermentieren in ein Becken gelegt, dann werden sie in der Sonne getrocknet und sind verarbeitungsbereit. An dieser Stelle beginnen auch wir. Die Bohnen, noch mit Schale, kommen in eine Pfanne und werden unter ständigem bewegen solange erhitzt bis sie knistern. (Ca. 10-20 Min.)Das macht man, um die Schale einfacher von der Bohne zu lösen.

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Auf dem Tisch ausgebreitet, werden sie von uns geschält. Aber Vorsicht, die sind super heiß…(Sehr gute Beschäftigung für einen entspannten Nachmittag vor dem Fernseher)

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Nach dem alle fein säuberlich geschält sind kommen die Kakaobohnen in den Mixer! (Das ist das einzige Küchengerät, welches man WIRKLICH zum Schokoladenherstellen benötigt! Hat zufällig einer von euch, einen Mixer mit einer Pferdestärke? :-)…)

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Es dauert nicht lange und die kleine Küche wird von einem herrlichen Duft erfüllt. Nach ungefähr 2 Minuten probieren wir das erste Mal. Noch ist es eine ziemlich grobkörnige Masse aber Wow, in dem Mixer ist nichts außer Kakaobohnen(!), und es schmeckt genial. Für Patrick und wahrscheinlich die meisten Menschen ungewohnt intensiv und zu bitter im Geschmack aber ich finde es super. Ok etwas süßer dürfte es schon sein. Es wird weiter gemixt, die dunkle Masse bekommt eine immer cremigere Konsistenz.

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Nach und nach geben wir etwas Zucker dazu. Bei 30% Zucker, finden wir unseren Nenner. Jetzt schmeckt es uns allen gut. Wegen der hohen Außentemperatur, gibt der Mixer ein wenig zu früh den Geist auf… wir sind die perfekt weiche Schokolade von zu Hause gewohnt, unsere selbstgemachte ist noch etwas grob.

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Jetzt kommen kleine Förmchen ins Spiel. (Normale Eiswürfelschalen erfüllen genauso ihren Zweck) Etwas flüssige Kakaomasse in den Boden der Form und dann was auch immer man gerne in seiner Schokolade haben möchte. Honig, Nüsse, Erdnussbutter, Kokosraspeln, Chili…oder einfach natural.

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Ab in den Kühlschrank. Fertig!!

Ich(Lisa) bin absolut beeindruckt wie wenig Zutaten (Kakaobohnen + Zucker + Mixer) man für die Herstellung echter Schokolade benötigt.

Wir wurden darauf aufmerksam gemacht, das egal welche, wie teuer sie auch sein mag, Schokolade wir im Laden kaufen niemals so hochwertig ist wie diese. Eigentlich alle Schokoladen die Maschinell hergestellt werden, bekommen das gute Kakaoöl entzogen und bekommen billiges Fett zugeführt. (Auch die, die mit 80% Kakao ausgewiesen sind. Da geht es um die Trockenmasse ohne den Fettgehalt, aber grade das Kakao-ÖL ist das Hochwertige! Das wiederum, wird zur Herstellung von Kosmetikartikel gebraucht. (missbraucht)

Wenn ihr brav seid, werdet ihr alle was davon haben, das ich jetzt weiß, wie man Schokolade herstellt. :-)

Nach dem wir glücklich, gefüllt bis oben hin mit Schokolade, in unserem Hotel ankamen ging es erstmal in den Fluss abkühlen. Dabei entstanden, nach einer Wasserschlacht mit unseren neuen Freunde, diese wundervollen Bilder. :-)

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3 Gedanken zu „Semuc Champay“

  1. Sehr interessant….ich habe vergangenen Winter auf den Phils, einige Kakao Bäume gepflanzt, fals die überleben, lasse ich mir einen Lehrgang von euch geben :-)
    Tolle Freunde habt ihr da gefunden :-)

  2. sehr lustig geschrieben der Blog – man muss aber Hesse sei :-) und den Kakao können wir riechen. Das müssen wir dringend mal gemeinsam machen. Beeilt euch. Nur mit dem Zuckeranteil – kann man das verhandeln? Süß ist wichtig bei Schoko! Sehr schöne Bilder und vergnügte Kinder gibts da bei euch. Läd schon zum Baden ein – wenn die lästigen Touris nur nicht wären – die ständig um die Welt reisen B-)

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