Lima die 2.

Leider ist für uns die Zeit im Norden von Peru vorbei. Von Tarapoto, geht es mit dem Flieger, zurück in die Hauptstadt. Dieses Mal haben wir uns eine Unterkunft im Alten Stadtteil gesucht, den wir uns beim letzten Mal noch nicht angeschaut hatten. Begrüßt werden wir vom selben tristen Wetter wie beim letzten Mal- ein paar Tage später sollen wir den Spitznamen der Stadt erfahren „Lima gris“.(Graues Lima)

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Das Hotel, in dem wir Nächtigen, ist gleichzeitig auch ein Museum und stammt aus einem anderen Jahrtausend. Marmorboden, breite Wendeltreppen, Kronleuchter und wohin man schaut riesen große Aquarellgemälde.

Unser kleines Zimmer liegt im oberen Geschoss mit Blick auf die Dachterrasse, auf der auch morgens das Frühstück serviert wird. Ich würde das Hotel sofort weiter empfehlen, weil es auch wirklich eine super Lage hat, würde es nicht auch noch gleichzeitig als Zoo fungieren. Auf der erwähnten Dachterrasse leben 2 Pfauen, 3 riesen Schildkröten und 2 Papageien. Das sind zu mindestens die Tiere, die wir in den 3 Tagen Lima gesehen haben- unserer Meinung nach, nicht der richtige Ort für diese eigentlich doch wilden Tiere.

Natürlich treffen wir uns mit unserm Freund Cesar und schauen uns am Abend die Bekannten Wasserspiele an. Das Ganze, hat etwas Ähnlichkeit mit den Attraktionen in Singapur und gefällt uns gut.

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Den nächsten Tag schlendern wir durch die Gassen. Wir finden den Markt, der uns empfohlen wurde um Alpakaprodukte zu kaufen. Es ist irgendwie alles dasselbe und für unseren Geschmack ist nix dabei. Die restliche Zeit, bei dem ungemütlichen Wetter – wer hätte es gedacht -verbringen wir im Café.

Unser nächstes und letztes Ziel ist Cusco und Umgebung. Da die Busfahrt 25 Stunden dauert und wir keine Zeit mehr haben um ein paar Stopps einzulegen, entscheiden wir uns wieder einmal zu fliegen. Auch wenn ich ein wenig schiss habe, weil der Flug dorthin, in der Regel ziemlich wackelig sein soll. Immerhin liegt Cusco auf 3400 Meter.

Wir haben aber einen grandiosen Piloten und vielleicht ist auch das Wetter auf unserer Seite, auf jeden Fall landen wir butterweich UND das ganze Flugzeugt klatscht!! Wie lange ist es her, das immer im Flugzeug geklatscht wurde? Ich finde, man könnte das ruhig wieder einführen.

Tarapota / San Roque de Cumbaza

Unser erster Tag in Tarapoto stand im Zeichen der Party. Es gibt hier die im ganzen Land bekannte Disko „Anaconda“, die unser peruanischer Freund Cesar unbedingt besuchen möchte. Aber auch jeder Peruaner kommentiert Tarapoto mit einem zwinkernden Auge „haha hoho anaconda… :-) DSC05065Der Landen ist schon riesig, aber der Musikmix ist so… lala. Etwas viel Euro-Trance-Techno-Ramsch, aber ab und an auch die von mir getauften „Collectivo Charts“, rund um Enrique Iglesias, Romeo Sanchez, usw. Collectivo Charts deshalb, weil sie im gesamten Kontinent so gut wie jeden Tag mindestens einmal gespielt werden und vorwiegend in den Collectivos (Bussen). Die Nacht war lang und gut, das musste auch mal wieder sein, sonst stauben wir noch ein, fernab des Partytourismusses :-) DSC05080An unserem letzten Tag in Moyabamba, wurden wir in einem Cafe von einem netten Peruaner angesprochen, der unserer begeisterten Unterhaltung über Tingana lauschte. In der Nähe von Tarapoto, ist er im Aufbau eines ähnlichen „Eco-Tourismus“ wie es bereits in Tingana umgesetzt wird. DSC05131Also es gab wohl schon mal jemanden der meinte, San Rouqe lässt sich wunderbar für den Tourismus nutzen und spendete als Entwicklungshilfe vier Bungalows an die Gemeinschaft. In den verstaubten Buden mussten wir dann übernachten, denn man kann sich schon denken was daraus wurde -> nix. Ebenfalls wurde ein Spielplatz gebaut, in dem das Gras bereits sehr hoch steht, denn für was benötigt man einen Spielplatz, wenn alles um einen herum ein Spielplatz ist?? Kinder laufen den ganzen Tag kreuz und quer und beschäftigen sich wunderbar den ganzen Tag, ohne zu quengeln und zu rutschen ;-) DSC05128Aber San Roque ist wirklich extrem schön. Ein paar Häuschen am Hang, ein Fluss in dem man wunderbar schwimmen kann, der erste Tag ist komplett mit schlendern ausgefüllt. Am zweiten Morgen geht es ganz früh zu unserer Trekking Tour auf, denn es wird hier im tropischen Tiefland richtig schön heiß und schwül… :-) San Roque de CumbazaÜber Stock und Stein geht es den Berg hinauf auf der Flucht von Millionen von Mücken. Es werden immer nur kurze Stopps für Bilder eingelegt oder, aber jetzt kommts, wir bestaunen einen Tucan!! Lange gesucht habe ich ihn gefunden und während wir den bunten Vogel so bestaunen verpassen wir leider das Beweisfoto. Aber dafür treffen wir das meist gefürchtete Tier im Jungel! Ich habe von diesem Tier bereits gehört, vor knapp einem Jahr in Sri Lanka… Der 24-Stunden Ameise!!! 24 Stunden Ameise in San Roque de CumbazaKein Witz, lest euch den Wikipedia Artikel durch. Mit dem Vieh ist nicht zu spaßen… :-)

In San Roque haben sich viele nicht campocinos (Spanisch: Landeierchen) nieder gelassen und ich weiß warum – perfekter Ort.

Beso de novia - kuss der freundin :-)
Beso de novia – kuss der freundin :-)

Eigentlich wollten wir noch alleine zu dem Wasserfall Huacamaillo tief im Jungel, aber wir wurden überredet doch wieder einen lokalen Guide zu nehmen. Es wäre nicht unmöglich gewesen den Weg zu finden, aber die drei Flussüberquerungen fielen Lisa schon schwer und auch ich brauche meine freien Hände um nicht komplett im Wasser zu laden. Sowohl Wanderung als auch Wasserfall sind jede Mühe wert!

Die Strömung ist recht stark
Die Strömung ist recht stark
Es geht Barfuß durch den Jungel
Es geht Barfuß durch den Jungel
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Eiskalter Wasserfall mittem im Jungel

Huacamaillo Catarata Wasserfall WaterfallNormalerweise machen wir unsere Treks immer mit den OpenStreet Maps und der App MAPS.ME. Aber diese Wanderung fehlt komplett. Um jetzt hier etwas Werbung für OpenStreet Maps zu machen -> ich füge den Trek hinzu, einfach mal rein schauen und am besten mit beitragen!!

Tingana

Einer der Gründe für unseren Stopp in Moyabamba, war unteranderem ein Besuch im nahegelegenen Naturschutzpark Alto Mayo bzw. in der Eco Lodge Tingana. Wir hatten diese Empfehlung in Chachapoyas bekommen und ebenfalls eine Telefonnummer zur Organisation der Tour. Es bedurfte ein paar Telefonaten bis wir fünf alles organisiert hatten. Am nächsten Morgen sollen wir abgeholt werden. Schon um neun, weil die Tour doch recht teuer ist und wir den Tag voll nutzen wollen (150 Soles all Incl.). Bei unserem Taxifahrer schlägt aber eine andere Uhr und so mussten wir eine ganze Stunde auf ihn warten. Als wir dann endlich alles eingeladen hatten und los fuhren, ruckelte es kräftig, wir hatten einen Platten. Aber was soll´s, es wurde gekonnt ein neuer verkehrssicherer Reifen montiert ;-)

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Die Landschaft in Moyabamba ist bereits sehr tropisch und angenehme 25 – 30° hat es am Tag. Wir passieren mit unserem Bus die typischen Reisefelder, wie wir sie seit Asien nicht mehr gesehen haben.

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Die Eco Lodge Tingana, liegt nur per Boot erreichbar, mitten im Naturschutzgebiet. Schon nach wenigen Minuten auf dem Boot wird der Jungel um uns immer dichter…

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Angekommen in der Lodge, sind wir positiv überrascht wie schön alles angelegt ist. Es gibt zwei große Bungalows mit je fünf Betten. Dazwischen ein Aufenthalts-Unterstell-Dach mit Hängematten.

DSC05013Nach dem wir uns von der ganzen „Anstrengung“ :-) erstmal ausgebaumelt haben, unternehmen wir einen zwei Stündigen Spaziergang in der Umgebung. Da ähnliches Klima wie in Asien, hat auch die Landschaft deutliche Ähnlichkeiten aufzuweisen. Überall Reis.

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Für den nächsten Morgen, war dann die Bootstour geplant, aber wir hatten einen richtig ordentlichen Tropenregen, der den gesamten Morgen anhielt. Es ist ziemlich gemütlich im Bett liegen zu bleiben, wenn der Regen auf das Strohdach prasselt – wie im Camper. Als der Regen abklang, konnten wir unsere besondere Bootstour aber doch noch starten. Wir nahmen alle samt in einem schalen Holz Boot platz und mit uns zwei Ruder- und Steuerspezialisten. Wir wurden von unseren 2 Guides mucksmäuschenstill durch den Fluss manövriert und um uns rum saftiger, dichter Urwald. Manchmal wusste man nicht wo man zuerst hin schauen soll. Wir wollten ja unbedingt einen Tucan sehen, den super bunten Vogel mit riesen Schnabel, aber irgendwie sind die Vögel, nach dem Regen, alle daheim geblieben… Dazu ist unsere Kamera, obwohl wir eigentlich sehr zufrieden sind, einfach zu langsam, um die wenigen Vögel die wir gesehen haben abzulichten.

DSC04911Dafür gab es haufenweise Affen und wir hatten nach ca. 2.5 Millionen Bilderversuchen, auch ein paar brauchbare dabei :-)

DSC04973Auch wenn wir nicht wirklich viele Bilder von Tieren haben, ist die Landschaft einfach phänomenal.

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Uns gefällt die Umgebung so gut, dass wir uns entschließen für eine Nacht länger zu bleiben und den nächsten Tag einfach nur in der Jungelatmosphäre entspannen wollen. Gegen Mittag kommen wir spontan auf die Idee zu Angeln und zum Glück hatte die Anlage alles was man dazu brauch: Bambusstock, Nylon-Seil, Haken, Erde mit massig Würmern und eine Machete (wichtig). Ich war noch nicht oft Angeln, aber den Fluss entlang paddeln, die Route auswerfen und abwarten macht unerwartet viel Spaß :-) Unsere Motivation wurde hochgehalten, da nach ca. 10 Minuten der erste Fisch angebissen hatte. Leider kam in den nächsten 4 Stunden kein weiterer dazu… :-)

DSC04989Wir wären sogar gerne noch länger geblieben, aber wir sind gemeinsam mit unseren Reisepartnern, denen die Zeit davon läuft, weiter gezogen….

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Moyabamba

Nach 4,5 Stunden kommen wir in Moyabamba an und mit uns 3 andere Reisende. Zwei aus Polen Anna und Barteck und Cesar aus Lima. Wir suchen uns gemeinsam ein Hotel am Plaza de Armas. Das günstigste mit S.15 pro Person und auch völlig in Ordnung, wäre die Beschallung von draußen nicht so unglaublich laut. Es fühlt sich ein bisschen so an, als führe die Straße direkt durch unser Zimmer.

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Am Abend gehen wir gemeinsam was essen und das landestypische Getränk Piscosour darf natürlich nicht fehlen. Schön mal wieder eine kleine Gruppe zu sein. Es bedarf aber ein wenig Training, um unseren polnisch-englisch-deutsch-spanisch Mix zu verstehen.

Am Morgen werden wir von den vielen TukTuks und Autos geweckt die ohne zu Hupen keine 10 Meter weit kommen. Zum Frühstück gehen wir auf den Markt. Typisch für die Gegend gibt es gebratene Banane mit Nüssen und Käse gefüllt. Eine interessante Mischung und wirklich gut, aber ich glaube, mir hätte es besser geschmeckt, wäre es warm gewesen. Patrick probiert einen Reiskloß gefüllt mit Hühnchen, auch nicht schlecht.

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An einem weiteren Stand entdecken wir eine Frucht die wir noch nicht kennen und für das Getränk aus ihr, Moyabamba bekannt ist.

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Die Bezeichung der Frucht ist uns entfallen, wir finden aber ihr würde der Name Dracheneifrucht sehr gut stehen.

Gestärkt lassen wir uns per TukTuk auf eine Orchideen-Kolibri-Farm fahren, den Tipp hatten wir von einr Dame in Trujillio bekommen. Etwas außerhalb der Stadt, werden wir auf einer unbefahrenen Straße rausgelassen. Es gibt kein Schild aber ein Feldweg führt uns zu dem Eingang. Wir finden uns auf einem riesen Anwesen wieder. Nach einer Weile des Herumschlenderns treffen wir auf Personal. Nach Zahlung des Eintrittes gibt es für uns eine kleine Tour, durch ein hübsches Stück Wald mit den verschiedensten gepflanzten Orchideenarten.

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Wir treffen auch auf die buntesten Insekten, die wir je gesehen haben.

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Eine Insekt mit der Figur einer Wespe aber mit glänzendem, dunkelblauem Körper und einem strahlend goldenen Hinterteil.

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Oder fliegenähnlichen Geschöpfen, die so grün leuchten, das sie einen glauben lassen, sie scheinen auch bei Nacht.

Am Ende werden wir zu der Stelle gebracht, an der sich die Kolibris vermehrt aufhalten. An den Bäumen hängen Fläschchen aus denen die Vögel trinken können. Nach dem wir uns alle ganz ruhig hingesetzt haben, kommen immer mehr Kolibris zum Vorschein.

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Wir verbringen bestimmt 2,5 Stunden auf dem Gelände bis wir uns auf den wegmachen Richtung Hotsprings, die auch ganz in der Nähe sind.

Sie übertreffen nicht die in Guatemala, aber trotzdem gefällt es uns ganz gut.

Den Tipp, für unserem nächsten Ausflug, haben wir von unserem hilfsbereiten Hotelbesitzer aus Chachapoyas. Tingana. (Übersetzt bedeutet das Wort, die Bewegung die man macht, wenn man das Paddel durchs Wasser zieht). Dazu aber im nächsten Bericht mehr….